Wer wie ich dem Nähwahn verfallen ist, wird früher oder später bestimmt auch mal über das Plotten stolpern. Vor einiger Zeit erging es mir so, als ich in einem meiner Lieblings-Nähblogs nach Stoffen und Ideen stöberte. Da war er auf einmal, der Plotter. Ich informierte mich ein bisschen darüber und je mehr ich las, desto faszinierter war ich davon.

Ein Plotter ist im Prinzip eine Schneidmaschine. Der Silhouette Portrait zum Beispiel hat ein Programm, welches mit dem Gerät geliefert wird und man kann dort alle möglichen Dinge entwerfen. Von Aufklebern über Karten bis hin zu komplexen Schablonen. Ebenfalls kann man sich ein kleines Zusatzteil kaufen, in welches man statt der Klinge Stifte einspannen kann – malen ist also auch kein Problem.

Wer ab und zu in meinem Blog vorbei schaut, hat sicher schon gelesen, dass auch ich nun seit einiger Zeit stolze Besitzerin eines Plotters bin – eben dem Silhouette Protrait. Ich bin absolut verliebt in dieses Ding! Passenderweise gab es von Cora und Chris zum Geburtstag gleich ein Starterkit zum Textildruck, so dass ich direkt loslegen konnte. In dem Starter-Set waren je eine kleine Rolle Vinylfolie und Transferfolie für die Schablonenherstellung, ein Schwamm, ein Pinsel, eine Mix-Schale, ein Entgitterer, Farbe und kleine Beschreibungs- und Ideenheftchen enthalten. Einem ersten Plotter-Projekt stand also nichts mehr im Wege! Und heute ist es nun endlich fertig geworden! Mein erstes selbstgenähtes T-Shirt mit meinem ersten selbstgemachten Textildruck. Zur Feier des Tages lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, euch das einmal vorzustellen.

Als Motiv für das T-Shirt entschied ich mich für eines meiner Lieblingsbilder aus einem Shooting, das Cora und ich im vergangenen Jahr einmal gemacht hatten. In die mitgelieferte Software Silhouette Studio lassen sich problemlos Fotos einladen und schnell nachzeichnen. Als Arbeitsfläche, an der man sich orientieren kann, dient die nachgebildete Schneidematte, die ebenfalls mit dem Plotter daherkam. So kann man sich immer super zurechtfinden und kann alles genau positionieren. Für Arbeiten mit der Vinylfolie benötigt man die Schneidmatte zwar nicht, sie ist hier aber trotzdem eine gute Orientierungshilfe, was die mögliche Breite des Plots angeht. Ist das gewählte Motiv positioniert, wählt man in der oberen Leiste den Punkt „Nachzeichnen“ aus, wo man das Bild wunderbar in eine Plotvorlage umwandeln kann.

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An den diversen Reglern in diesem Menü kann man etwas herum probieren, bis die Einstellungen den Wünschen und Vorstellungen entsprechen. Hier allerdings ein kleiner Tipp von mir, da ich den gleichen Fehler begangen habe. So schön es auch aussehen mag, viele kleine Details zu haben, beim Entgittern ist es die Hölle. Nur schwer lassen sich die winzigen Partikelchen von der Folie entfernen, daher rate ich dazu hier ruhig etwas gröber zu werden.

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Wenn man mit allen Einstellungen zufrieden ist und alles nachgezeichnet wurde, kann man das Ganze auch schon direkt plotten. Dazu geht man am besten erst mal zu dem Schneidemenü, ebenfalls in der oberen Menüleiste.

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Hier lässt sich nun einstellen, wie genau geschnitten werden soll, sogar perforieren ist möglich. Bei den verschiedenen Materialien wählt man die Vinylfolie aus, und dann kann es auch schon losgehen.

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Leider habe ich hier bei meinem ersten Projekt einen blöden Fehler begangen. Dummerweise waren die beiden Folien, die in dem Starterkit enthalten waren, nicht gekennzeichnet. Ich wusste also nicht genau, welche die Transfer- und welche die Vinylfolie war. In den Anleitungen sahen beide gleich aus, so musste ich quasi raten. Erst zum Ende, als das Motiv schon auf dem Stoff war, stellte ich fest, dass ich die falsche genommen hatte. Falls ihr einmal ein gleiches Problem haben solltet, hier noch ein Tipp von mir. Die Folie mit dem braunen Träger ist die Transferfolie, die mit dem weißen, glatten Träger die Vinylfolie. Und eben diese kommt dann zum Plotten in das Gerät, mit der glatten Seite nach oben.

Während der Plotter seine Arbeit erledigt kann man sich gemütlich einen Tee kochen oder eine Ladung Wäsche aufhängen, denn trotz der enormen Geschwindigkeit der Klinge dauert so etwas doch schon eine ganze Weile.

Wenn das Motiv fertig ist, kann man direkt mit dem Entgittern loslegen, was bei mir dank der vielen Details echte Nervenarbeit war. Man sollte besonders an Stellen, die innen stehenbleibende Elemente hatten, extrem vorsichtig sein. Sonst hat man plötzlich riesige, leere Flächen ohne Struktur, was ja auch nicht allzu schön ist.

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Ist das Entgittern erledigt, wird die Transferfolie (also die mit dem braunen Träger) von der Trägerfolie gelöst und vorsichtig auf die Vinylfolie gelegt. Man sollte aufpassen, dass in der Trägerfolie keine Falten entstehen und auch, dass die Schablone komplett bedeckt wird. Dann wird alles schön festgedrückt und eventuelle Luftbläschen mit einer EC-Karte oder ähnlichem raus gepresst. Um besonders detailreiche Stellen gut zu fixieren, bin ich hier mit der Rückseite des Entgitterers langefahren und hatte so kaum Probleme beim Ablösen vom Folienträger.

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Dann wird es nochmal knifflig, die Schablone muss so genau wie möglich auf dem zu bedruckenden Stoff landen. Ich wollte, dass die Kanten der Schablone genau mit Seitennaht und Saum abschließen, was teilweise eine sehr nervenaufreibende Arbeit war.

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Wenn auch das gemeistert ist, kann es losgehen mit dem eigentlichen Druck. Ich habe mich hier für den normalen Pinsel entschieden, auch wenn der Schwamm sicher auch tolle Effekte gegeben hätte. Aber der wird sicher auch bald mal ausprobiert, ich hab da schon so einige Ideen. Ist alles gut mit Farbe eingepinselt, muss das Ganze eine Weile trocknen.

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Und dann – dann kann man vorsichtig die Folie abziehen. Zum Vorschein kommt ein toller erster Plot, der trotz falscher Folie und vielen Details doch recht anständig geworden ist. Ich finde es jedenfalls super und freu mich schon drauf, das gute Stück nach einer Wäsche (die man nach dem Druck machen sollte) zu tragen :)

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