Zugegeben vielleicht klingt das jetzt ein wenig schlimmer als es ist, aber es kann schon recht belastend sein. Sarah und ich versuchen eigentlich recht oft ein kleinen Spaziergang zu unternehmen. Grade jetzt in der Schwangerschaft, sofern ich da bin, versuchen wir es täglich wenn das Wetter mitspielt.

In der Regel gehen wir entweder unsere Straße einmal komplett ab (und schielen in die Gärten der Nachbarn) oder aber wir gehen direkt nach links in den Wald. Ein wirklich schöner Weg, besonders wenn vereinzelt Sonnenstrahlen durch die Baumkronen blitzen. Ich mag es wenn wir an dem kleinen Pferdestall vorbei schlendern und die Pferde auf der Koppel sehen, oder der kleine See, der in einer kleinen Lichtung eingebettet und von Schilf umgeben ist. Ein wirklich idyllischer Ort an dem man tolle Fotos machen kann besonders wenn das Licht gut einfällt. Es ist auch schon häufiger vorgekommen das uns Rehe oder Eichhörnchen über den Weg gelaufen sind.

So, nun aber zu unserem kleinen Hindernis. Oder sollte ich sagen unserem kleinen, süßen, haarigen Hindernis? Dieses Mal war geplant zur Jahresbaumallee zu gehen, einfach mal ein anderen Weg einschlagen. Gesagt getan. Es war gegen 17 Uhr und die große Hitze war allmählich vorbei. Sarah und ich gingen also los, bogen um die erste Ecke und auch um die zweite Ecke. Bis dahin nichts ungewöhnliches, aber ich war mir nicht ganz sicher. Ich hörte doch irgendwas. Nicht laut, nur ganz leise, es klang wie ein Wimmern. Ich drehte mich also mehrmals um und dann sah ich Piri. Ja unsere Katze kam uns hinterher und schrie zum Teil fürchterlich, so dass man gleich ein schlechtes Gewissen bekam. Es ist nicht das erste Mal, dass sie hinter uns herlief. Aber bisher mussten wir uns nie dieses klagvolle Mauzen anhören und sie blieb normalerweise recht früh zurück. Dieses Mal war es jedoch anders. In der Hoffnung sie würde irgendwann umkehren gingen Sarah und ich weiter. Aber weit gefehlt, Piri watschelte immer mit ausreichend Abstand hinter uns und das Mauzen wurde lauter und noch vorwurfsvoller. Die Anwohner mussten denken wir würden unsere Katze quälen, als würde sie nichts zu essen bekommen oder sonstiges. Es war einfach unangenehm und je weiter wir gingen, desto lauter wurde die kleine, pelzige Kugel. Es ging also nicht anders, Sarah und ich drehten um und siehe da die Katze war ruhig. Fröhlich und gut gelaunt lief sie neben uns Richtung Wohnung. Kein Klagen, kein Wimmern, alles war in bester Ordnung so nach dem Motto: „Seht her, diese Menschen habe ich unter Kontrolle.“

Da wir aber nicht auf den Spaziergang verzichten wollten ging es also doch nochmal in den Wald, ganz ohne Probleme. Denn Piri wusste ja, immer wenn wir dortlang gehen, kommen wir automatisch hier wieder raus. So kam es das sie uns die ersten Meter noch Begleitschutz gewährte um uns später beim Rückweg abzufangen und letztendlich von mir noch einige Meter getragen wurde.

Katzen sind schon sehr spezielle Wesen das zeigen uns Piri und Bohne jeden Tag. Aber ich bin froh, dass sie da sind. Ohne die beiden wäre es ja irgendwie auch langweilig. Kein vorwurfsvolles Mauzen, keine Schmuseeinheiten und „Liebesküsse“, keine kleinen Geschenke morgens draußen auf dem Abtreter vor der Haustür, kein putziges Zucken wenn sie schlafen. Nein, ich möchte das nicht missen und freu mich schon jetzt auf den Spaziergang mit Kind und Kinderwagen und wahrscheinlich den Katzen, die es sich unten in der Ablage gemütlich machen und durch die Gegend kutschiert werden.