Nun bin ich schon fast im 5. Monat und es gibt noch nicht einen einzigen Beitrag hier zur Schwangerschaft. Oh je, da wird es aber Zeit! Leider spiegelt es aber genau das wider, wie es momentan eben ist. Die Schwangerschaft läuft nebenbei. Es ist großartig, dass ich absolut gar keine Komplikationen habe wie es ja beim Minikröhnchen der Fall war. Aber dadurch läuft es eben alles nebenher und diese Schwangerschaft ist so ganz anders als die erste.

Trotz aller Wehwehchen war die Schwangerschaft mit dem Minikröhnchen wundervoll. Ich war gern schwanger, habe es in vollen Zügen genossen. Ich war schwanger von morgens bis abends, Vollzeit sozusagen. Die Schwangerschaft wurde mein Mittelpunkt, mein Fokus. Nichts war wichtiger als dieses kleine Menschlein. Nun ist dieses kleine Menschlein fast ein Jahr alt, will die Welt entdecken, will laufen und alles sehen und begreifen. Ich bin Vollzeit Mama, von morgens bis abends – und ich liebe es! Nur komme ich kaum dazu, diese Schwangerschaft nun eben so zu genießen und zu erleben wie die erste. Und das ist traurig, wenn man bedenkt dass es wohl keine letzte sein wird. Ich habe es so sehr geliebt schwanger zu sein, ich tue es noch immer. Aber im Alltag bleibt selten Zeit sich darauf zu besinnen. Zum Glück macht sich seit einiger Zeit von selbst jemand bemerkbar, wenn er etwas Aufmerksamkeit braucht :) Nun soll es aber erstmal losgehen mit dem Beitrag zum ersten Trimester. Und dafür hole ich mal gaaaanz weit aus.

Keine Ahnung von nichts. Oder doch?

Es war mein Geburtstag, der 16. Juni und ich fuhr gerade mit meiner liebsten Freundin nach Hannover zum Konzert von Coldplay. Es war perfekt. Mein Leben war perfekt. Coldplay, mein Geburtstag, ich hatte einen neuen Job und das Leben mit dem Minikröhnchen war nun so, wie ich es mir in der Schwangerschaft immer vorgestellt hatte. Nein, es war besser. Wir saßen im Auto, erzählten über dies und das und wie das bei Frauen in unserem Alter eben ist, kam auch das Thema Schwangerschaft auf den Tisch. Es ging um passende Momente, unpassende Momente und den richtigen Zeitpunkt.

„Diese Angst schwanger zu sein hört auch dann nicht auf, wenn man schon ein Kind hat.“, sagte ich. Und mir wurde schlagartig bewusst, dass ich bereits 10 Tage überfällig war. Wobei ich das natürlich nicht wissen konnte. Es war gerade mal ein Zyklus seit der Schwangerschaft mit dem Minikröhnchen vergangen und wer bitte hat da einen regelmäßigen Zyklus? Ich schob den Gedanken erstmal beiseite. Wir quatschen weiter und genossen das Konzert in vollen Zügen. Stehplatz, ganz nah an der B-Stage. Coldplay zum Greifen nah, Chris Martin hüpfte an uns vorbei. Die beste Musik der Welt live. Ich könnte jetzt noch heulen wenn ich dran denke. Es war großartig! Gerade läuft „Something just like this“ im Radio und bringt das ganze nochmal etwas näher. Ich will nochmal!

Aber gut, ich schweife ab. Wieder zuhause fiel ich überglücklich ins Bett, war rundum zufrieden mit der Welt. Und da war er wieder, dieser Gedanke. Was, wenn da vielleicht…? Ich schnappte mein Handy, bestellte ein paar Schwangerschaftstests und drehte mich auf die Seite. Der Test würde mir Ruhe geben, mich bestätigen dass ich nicht schwanger war. Oder?

Suprise, Suprise!

Die kommende Woche verging wie im Flug. David war im Krankenhaus, ich allein mit dem Minikröhnchen das mich Dank Schub forderte. Abends nähte ich oder tat eben andere Dinge, die ich eben zu tun hatte. Als David aus dem Krankenhaus kam und nochmal bei seinem Arzt vorstellig werden musste nahm er das Minikröhnchen mit, damit ich ihn Ruhe die Wohnung auf Vordermann bringen konnte. Ich ging zum Briefkasten, ein Päckchen für mich. Die Tests. Ich schnappte mir einen und machte ihn direkt. Mich davon zu überzeugen, dass nichts ist würde sicher schnell gehen. Der Test rödelte vor sich hin, ich beachtete ihn nur mit einem halben Auge während ich begann das Bad zu putzen.

Dann sah ich es. Ein nicht zu übersehendes „Schwanger“. Ich schluckte, nahm mir die Beschreibung um zu gucken, ob vielleicht das „Nicht“ noch im Nachhinein erscheinen würde. Nein, würde es nicht. Stattdessen eine Wochenschätzung. Plopp, da war sie und sagte mir, dass ich über 3 Wochen schwanger war. In Schwangerschaftswochen gerechnet also mindestens in der 6. Woche. Ich rief panisch meine Freundin an, sie beruhigte mich. Ich solle einen zweiten Test machen, wir würden es auch mit zweien geschaukelt kriegen. Ich machte den zweiten Test, der natürlich am Ergebnis nichts änderte. Der dritte am nächsten Tag im Übrigen auch nicht. Ich rief David an. „Wir haben ein Problem.“, sagte ich. Und dann war ich schwanger, so richtig bewusst schwanger.

7. SSW

Meinen ersten Arzttermin hatte ich recht kurzfristig bekommen. Und das auch noch bei meiner Wunschärztin! So saß ich also an einem Dienstagmorgen bei ihr in der Sprechstunde, wo die Schwangerschaft bestätigt werden sollte. Und das wurde sie. Mit einem kleinen blubbernden Herzchen sah ich es zum ersten Mal, das Pixikröhnchen. Ein kleiner Fleck, in dem ein noch kleinerer Fleck pulsiert.

Eine Woche war inzwischen seit dem Test vergangen, ich hatte meine Gedanken sortiert. War nicht mehr nur auf Panik programmiert, sondern schon mehr auf „Wir schaffen das“. Als ich auf dem Ultraschall dieses winzige Ding sah, war es um mich geschehen. Ich erinnerte mich an den Moment, als ich das Minikröhnchen das erste Mal auf dem Monitor sah. Und ich fühlte kaum noch Zweifel und Sorgen, dafür umso mehr Vorfreude. Wir würden ein Baby bekommen. Ein zweites. Was mir noch ein paar Tage zuvor Angst gemacht hatte, entpuppte sich nun als wunderbares Geschenk. Es würde nicht einfach werden, ganz im Gegenteil. Aber es würde trotzdem wunderbar werden, da war ich mir sicher.

Während die Ärztin schallte, wuselte sie immer wieder um einen weiteren Fleck herum. „Sind sie in letzter Zeit gestürzt?“, fragte sie und ich verneinte. „Hm. Also entweder haben wir es hier mit einem Hämatom zu tun oder es ist eine zweite Eizelle.“ Wumm. Da waren sie wieder, die Zweifel und Sorgen. Zwillinge? Schon wieder so eine Vermutung? Vielleicht erinnert ihr euch, dass auch beim Minikröhnchen mal so etwas im Raum stand. Würden mich also ab Februar ein waghalsiger Einjähriger und Zwillinge erwarten? Ich bin schon mit einem Baby kaum zum Essen gekommen, wie soll das mit Dreien werden? Oh je. Die Ärztin beruhigte mich aber. Sie tendiert eher zum Hämatom und würde das gerne in einer Woche kontrollieren. Gut. Ich ging also mit Vielleicht-Zwillingen und dem ET 26. Februar nach Hause.

Ansonsten war die Woche wenig spektakulär. Ich hatte nun wenigstens eine Erklärung für meine bleierne Müdigkeit und die machte mich echt fertig. War ich noch wenige Wochen zuvor abends voller Tatendrang an die Nähmaschine gesprungen um Aufträge abzuarbeiten, war ich nun einfach nur froh die Beine hoch zu legen und nichts zu tun. Den Mittagsschlaf vom Minikröhnchen nutzte ich selbst zum schlafen und legte mich mit ihm gemeinsam hin. Ich brauchte das einfach und die Tage an denen der Mittagsschlaf kurz ausfiel rächten sich abends bitter.

8. SSW

Auch durch die 8. Woche zog sich diese elende Müdigkeit, die mich sehr nervte. Ich genoss es, dass das Minikröhnchen neuerdings länger tagsüber schlief, wenn auch nur auf mir. Das war in Anbetracht der Hitze nicht das angenehmste, aber besser als gar kein Schlaf. Hinzu kam nun auch noch Übelkeit, wenn auch nur leicht. Aber schön war es trotzdem nicht. Meine Haut machte sich nun auch bemerkbar und zeigte sich mit vielen kleinen Pickelchen. Wunderbar! Ansonsten schauten wir nach Wohnungen und Häusern, denn unsere aktuelle Wohnung war einfach nicht wirklich für zwei oder im Ernstfall sogar drei Kinder ausgelegt. Das Kinderzimmer war bisher zur Hälfte belegt mit einem unserer Kleiderschränke, einem Schlafsofa und einem großen Regal als Raumtrenner. Kein Platz für ein zweites Babybett.

Mehr Miete war allerdings auch nicht drin, also war die Lage eher aussichtslos. Und das blieb sie leider auch. Also machten wir uns weiter Gedanken, wie wir das Platzproblem lösen konnten. Schlussendlich gab es dann doch noch eine Idee, wie das Ganze passen könnte und somit war zumindest das abgehakt. Beim Ultraschall zur Kontrolle des Hämatoms konnten nun auch Zwillinge ausgeschlossen werden, das Hämatom war kleiner geworden und eine Kontrolle beim regulären Termin in 4 Wochen reichte aus.

9. SSW

In der 9. Woche machten wir uns auch schon an die Umsetzung des neuen Zimmers. Zumindest der Kleiderschrank wurde nieder gemacht und ein Teil davon für einen Anbau an unseren Schrank im Schlafzimmer genutzt. So war das Schlafzimmer nun zwar noch voller als eh schon, aber dafür gab es doppelt so viel Platz im Kinderzimmer. Auf Pinterest suchte ich nach Ideen für die Wandgestaltung und fand eine wunderschöne Serie mit Waldmotiven. Damit hatten sie mich ja definitiv, nur fiel die Wahl bei jedem Aufruf von Pinterest schwerer. Immer wieder wurden mir neue vorgeschlagen und es nahm scheinbar kein Ende. Diese Plattform ist was das angeht wirklich Fluch und Segen :D

Hatte ich schon erwähnt, dass ich müde war? Es wurde statt besser immer schlimmer, zumindest kam es mir so vor. Wenn David von der Arbeit kam, legte ich mich aufs Sofa und hin und wieder schlief ich sogar ein. Und das trotz Mittagsschlaf! Und wer jetzt denkt, dass ich dafür abends fit war irrt gewaltig. Dafür war die leichte Übelkeit scheinbar nur von kurzer Dauer, damit hatte ich nun gar keine Probleme mehr.

Seit Beginn der ersten Schwangerschaft bin ich recht aktiv auf Instagram unterwegs. Wenn auch nicht immer mit täglichen Posts, so werfe ich doch immer wieder mal einen Blick in die App wenn ich abends im Bett liege oder mit dem Baby durch den Wald spaziere. Und ich war überglücklich, nicht die einzige Neuschwangere zwischen den Septembermamas von 2016 zu sein! Ein kleiner Oktoberjunge, dessen ET auch der 22. September war, bekam ein Geschwisterchen Mitte Februar und ein Septemberjunge Anfang März. Und auch viele andere, denen ich schon eine Weile folge waren wieder schwanger und es war toll, das alles nochmal gemeinsam erleben zu können.

10. SSW

Weiter ging es mit dem Zimmer vom Minikröhnchen! Das Sofa und das Regal wichen, alles wurde etwas luftiger gestellt und plötzlich war so viel Platz! Ich strich einen Teil der Wand, der eigentlich nur eine MDF-Platte ist mit der eine Tür geschlossen wurde, neu damit hier bald ein wundervolles Wandtattoo mit Wichteltür Platz finden konnte. Es ist so niedlich! Ich muss es euch unbedingt mal zeigen!

Nachdem ich in der vergangenen Woche den absoluten Tiefpunkt in Sachen Müdigkeit hatte, ging es nun wieder ganz langsam bergauf. Musste es auch, denn das Minikröhnchen hatte seinen Mittagsschlaf wieder drastisch gekürzt. Ich fühlte mich absolut unschwanger, auch wenn der Bauch stetig zu wachsen schien. Gewichtstechnisch hatte sich bisher allerdings nicht allzu viel getan, wofür ich auch ganz dankbar war. Immerhin hatte ich noch gute 6 kg zum Gewicht von vor der Schwangerschaft vor mir und ich befürchtete schon, dass das nun richtig ausufern würde. Aber nein, bisher bin ich sehr zufrieden damit. Der Bauch wächst, die Waage steigt zwar auch aber bei weitem nicht so schnell wie beim Minikröhnchen. Hier hatte ich in der 13. Woche bereits 3 kg mehr auf den Rippen, nun waren es 600 Gramm.

11. SSW

Wenn auch noch nicht wirklich gravierend groß machte sich nun das Baby bzw. eher der Platzanspruch bemerkbar. Meine Blase war quasi dauernd voll und das obwohl ich nicht mehr trank als sonst. Eher weniger an einigen Tagen, was mich sehr wurmte. Beim Minikröhnchen hatte ich immer darauf geachtet mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag zu trinken. Nun erreichte ich das noch lange nicht, ich dachte einfach nicht daran. Hin und wieder machte sich das mit Kopfschmerzen bemerkbar. Allerdings gefiel meinem Körper die Hitze im Allgemeinen gar nicht, so dass das eine dann dem anderen gut zuspielte.

Abgesehen davon fühlte ich mich großartig. Ich war voller Tatendrang, wollte am Liebsten alles auf einmal und sofort erledigen. Meine Müdigkeit bremste mich allerdings noch immer aus und so blieben die meisten Dinge doch etwas länger liegen. Aber immerhin ging es im Kinderzimmer voran, wo ich nun auch die Motive mit einem Beamer an die Wand gebracht hatte und mit dem färben beginnen konnte. Es ging voran und nach und nach gefiel mir das Zimmer immer besser. Im nächsten Jahr würde hier noch ein zweites Bett Platz finden und das Minikröhnchen hatte trotzdem noch genug Platz zum Spielen.

12. SSW

Das erste Trimester, die kritische Phase war fast geschafft und wie im Flug vergangen. Alles ging so viel schneller, als beim Minikröhnchen. Es war die Woche, in der ich der neuen Arbeit von der Schwangerschaft erzählte, die ja super reagiert haben. Arbeiten darf ich dort zwar vorerst aufgrund eines Beschäftigungsverbots vom Betrieb her nicht, aber nach der Elternzeit werde ich dort wieder anfangen dürfen. Der Vertrag wurde nun erstmal still gelegt, was mir fair für beide Seiten erschien. Finanziell wird es nicht sicher nicht einfach, aber es wird irgendwie klappen.

Ich machte die Schwangerschaft öffentlich und bekam ganz viele liebe Worte. Von „Fremden“ auf Instagram und auch von Bekannten. Verwandte von uns riefen sogar extra an und sagten, wie sehr sie sich für uns freuten. Ihre beiden Kinder haben ziemlich den gleichen Altersabstand wie unsere haben werden, witziger Weise sind auch die Geburtstage recht nah beieinander und auch der Hochzeitstag liegt nur 4 Tage vor unserem. Man könnte fast meinen, dass wir es ihnen nachmachen :D Ihre Kinder sind nun schon fast erwachsen, im letzten Jahr war ich schwanger auf der Jugendweihe ihres Sohnes und dieses Jahr mit dem Minikröhnchen auf der ihrer Tochter. Und wenn ich mir die beiden ansehe, dann kann es eigentlich nichts schöneres geben. So anstrengend das auch am Anfang sein mag, irgendwann können sie zusammen spielen und können einfach mehr miteinander anfangen. Unsere Verwandten bestätigten uns darin, dass dieser Abstand ideal ist und sie es nie bereut haben. Es tat gut, das zu hören und ich war sehr gerührt, wie sehr sich die ganze Familie für uns freute. Sowas ist einfach nur schön.

Schön war auch, dass die Müdigkeit immer besser wurde. Ich schaffte es sogar schon ohne Mittagsschlaf durch den Tag :D Auch die Temperaturen wurden wieder besser und so verbrachten wir viel Zeit draußen im Garten. Die frische Luft tat mir unheimlich gut um aus meinem Müdigkeits-Trott der vergangenen Wochen zu kommen. Ich liebte es mit dem Minikröhnchen an den Händen durch den Garten zu spazieren, ihn beim Grashalme zupfen zuzusehen und alles mit ihm gemeinsam zu erleben. Auch wenn die Schwangerschaft wie schon erwähnt dadurch im Alltag eher in den Hintergrund rutschte. Aber zum Ende der 12.  Woche, ich saß gerade an einem der Motive im Kinderzimmer, spürte ich es. Ich hielt inne. Konnte es das sein? Nochmal. Ohne Frage, das war das Baby! Beim Minikröhnchen wusste ich ja mit Schmetterlingen im Bauch, Goldfischen im Glas oder Mäusen nichts anzufangen und wusste lange nicht, ob es das jetzt war. Aber nun war er eindeutig das Gefühl vom Goldfisch im Glas und ich war überrascht und glücklich zugleich.

Fortan nimmt sich das Pixikröhnchen die Aufmerksamkeit, wenn es sie möchte. Und in diesen Momenten bin ich trotz Alltag bewusst schwanger. So richtig, wie ich es beim Minikröhnchen eben Vollzeit war. Jetzt bin ich es eben nur in Teilzeit, aber ich hoffe dass die Schwangerschaft trotzdem genau so wunderschön und einzigartig in Erinnerung bleibt wie die erste. Wie auch im letzten Jahr gibt es nun natürlich auch wieder die Plautzenschau für euch :)

Liebe Lina, vielen Dank übrigens für deinen Vorschlag mit dem Nanokröhnchen. Der ist es zwar nun doch nicht geworden, aber darüber bin ich auf die Idee fürs Pixikröhnchen gekommen :) Ich hoffe er gefällt dir trotzdem :)