Schon der 6. Monat! Das bedeutete, dass die Hälfte der Schwangerschaft bereits vergangen war! Ist das beim Minikröhnchen auch so schnell gegangen? Ich glaube nicht. Der 6. Monat war so besonders, denn es warteten einige Meilensteine auf uns. Und auch der 7. hatte es in sich, was so passiert ist erfahrt ihr hier :)

21. SSW

Die 21. Woche war eigentlich auch die ereignisreichste im 6. Monat. Denn kaum war ich in der Woche angekommen, überraschte mich das Pixikröhnchen abends mit den ersten sichtbaren Stupsern! Inzwischen hatte das Baby in Sachen Turnereien ordentlich Fahrt aufgenommen, nun konnte man dies auch schon etwas sehen. Da war dann auch ein blöder Tag ziemlich egal.

Das nächste Highlight folgte schon einen Tag später, denn der große Ultraschall stand an. David hatte sich extra frei genommen, damit er bei dem Termin dabei sein kann. Immerhin war die Wahrscheinlichkeit, zu erfahren ob wir einen zweiten Jungen oder ein Mädchen erwarten wesentlich höher als beim letzten Mal. Nach den anderen Untersuchungen ging es dann zum Ultraschall, zuerst wurden die ganzen Organe gecheckt und alles sah super aus. Und dann – tadaaa – ein Mädchen! Wir waren überglücklich! Sicher, ein Junge wäre ebenso toll gewesen, aber die Pärchenkombi hätten wir uns gewünscht, wenn wir die Wahl gehabt hätten.

22. SSW

Die 22. SSW war stressig, sehr stressig. Ich hatte auf dem örtlichen Herbstmarkt einen Stand und musste dafür noch einiges vorbereiten. Die letzten Dinge mussten genäht werden, es mussten noch Flyer bestellt werden und noch ein paar Besorgungen gemacht werden. Zeit zum Genießen der Schwangerschaft hatte ich so gut wie gar nicht, was sehr schade war.

Das Pixikröhnchen stupste immer häufiger und stärker an, diese Momente genoss ich umso mehr. Wenn sie stupste, nahm ich mir einen Moment und horchte in mich, das verschaffte mir auch immer mal wieder eine kleine Pause. So stressig es auch war, es hat richtig Spaß gemacht am Markt teilzunehmen! Froh war ich dann aber trotzdem, als ich wieder etwas durchatmen konnte anschließend.

23. SSW

So schön die 21. SSW auch war, so fies war die 23. Langsam machte sich bemerkbar, dass das Gewicht nach vorn überhand nahm und auch die Bänder nicht mehr ganz so gut funktionierten, wie sie sollen. Ich räumte gerade den Kleiderschrank vom Minikröhnchen mit frischer Wäsche ein, drehte mich irgendwie doof und schon schoss mir ein fieser Schmerz in den Rücken. Zum Glück wollte der Mini kaum noch getragen werden momentan, das hätte ich nicht leisten können.

Ich verbrachte den Tag also größtenteils sitzend auf dem Sofa, wo ich mit dem Mini Bücher anschaute oder von dort aus mit ihm spielte. Ich hatte die Hoffnung, dass es am nächsten Tag wieder besser wäre, aber dem war leider absolut nicht so. Morgens brauchte ich 5 Minuten zum Aufstehen, jede falsche  Bewegung tat weh und trieb mir Tränen in die Augen, ich wusste nicht wie ich den Tag schaffen sollte. Das Minikröhnchen musste auf dem Boden essen, weil ich ihn nicht in den Stuhl heben konnte und auch sonst war tragen nicht drin. Sehr zum Missfallen vom Baby.

Mittags kam David früher nach Hause, weil ich einfach nicht mehr konnte. Blöderweise hatte ich mich aufs Sofa gelegt während der Mini schlief, konnte allerdings nicht mehr aufstehen. Die absolute Hölle, zum Glück war ich nicht allein. Sonst hätte der Mini eine halbe Stunde warten müssen, bis ich ihn aus dem Bett geholt hätte.

Am Wochenende fuhren wir nach Usedom, wo mein Vater seinen Geburtstag feierte. Als es dort nicht besser wurde mit dem Rücken holte ich mir in der Apotheke Traumeel und ein Schüßler Salz, was erstaunlich schnell wirkte. Vielleicht hätte es auch ohne geklappt, ich weiß es nicht. Ich war einfach nur froh, dass der Rücken wieder besser wurde.

24. SSW

Bewegung, oder besser gesagt Spaziergänge taten mir unglaublich gut. Ich nutze also das gute Wetter um mit dem Minikröhnchen in den Wald zu gehen, so oft es ging. Inzwischen auch ohne den Wagen, denn es gab viel zu viel zu entdecken, als das man in Ruhe vom Wagen aus beobachten konnte. Nein, der Mini musste nun alles selbst erkunden. So brauchten wir für eine Strecke von 400 Metern auch eine gute Stunde. Aber es war einfach zu schön, ihn beim Welt entdecken zu beobachten ❤️

Es war Anfang November und ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass ich nicht aufgrund der Schwangerschaft komplett durchdrehte. Ich nahm mir die großartigsten Basteleien vor, wollte einen Walklodenmantel für den Mini nähen und am Ende des Tages war ich dann für das meiste einfach zu müde und froh, die Beine hoch legen zu können. Ohne Frage, diese Schwangerschaft war in so vielerlei Hinsicht anders als die erste. Ich fühlte mich weitaus fitter, was wohl vor allem am Minikröhnchen lag, der mich auf Trab hielt. Aber so langsam machte sich auch in Sachen Kondition der wachsende Bauch bemerkbar. Bei Spaziergängen mit David zusammen verfiel ich nur allzu schnell in Schnappatmung und mir stachen die Seiten.

Hinzu kam, dass der Bauch von Woche zu Woche immer größer wurde – eigentlich keine Überraschung – und ich langsam von der Vorstellung abweichen musste, dass die XL-Jacke mich doch nicht über den Winter bringen würde. Wohl oder übel musste ich nun wohl doch noch eine Winter-Umstandsjacke besorgen. Oder doch besser einen Jackeneinsatz, den ich später auch zum Tragen nutzen kann? Hat da jemand Tipps? Wenn ja, bitte her damit 😊

25. SSW

Die 25. Woche hielt ein ganz besonderes Schmankerl der Schwangerschaftsvorsorge für mich bereit – den Blutzuckerbelastungstest! Beim Minikröhnchen würde in der alten Praxis direkt der große Test gemacht, in der neuen nun erstmal der kleine. Ich sollte wie gewohnt frühstücken, da hakte ich sogar extra nochmal nach bei der Schwester. Ich gönnte mir morgens also Toast, Banane und Kakao. Ja, richtig. Die volle Zuckerdröhnung vor einem Belastungstest. Ich weiß nicht, ob mein Hirn in freudiger Erwartung auf mein Kakao-Ritual komplett ausgesetzt hat. Die klügste Entscheidung war es jedenfalls nicht.

Wie zu erwarten, war der Wert zu hoch – nicht wirklich dramatisch hoch, aber dennoch sollte ich bitte zu einem Diabetologen und das abklären lassen. Jihu! Also fuhr ich zur Praxis um die Überweisung zu holen und machte direkt einen Termin in einem Diabetes-Zentrum aus. Eine gute Woche später war ein Termin frei, ich sollte ca. 2-3 Stunden Zeit einplanen. Und nüchtern sein. Immerhin konnte ich so nicht Gefahr laufen, mir wieder den Zuckerabschuss zu verpassen.
Ansonsten verlief die Woche recht ereignislos. Ich hatte zu tun dem Minikröhnchen gerecht zu werden, so richtig toben ging einfach nicht mehr. Und auch lang tragen war nicht mehr drin. Gepaart mit der Bockphase war das eine super Sache.

26. SSW

In dieser Woche ging es also zum großen Belastungstest. Ich war noch recht entspannt, da ich mir meiner Gelüste hinsichtlich Süßes zum Frühstück durchaus bewusst war. Und ehrlich, ich bin sonst immer eher der herzhafte Frühstücker gewesen! Ich ging also mit leerem Magen zum Diabetologen, bekam irgendwas, was wie Traubensaft aussah und wie Zucker pur schmeckte zum Trinken und durfte warten. Zwischenzeitlich wurde Blutdruck gemessen und Blut abgenommen. In den Pausen las ich und dadurch verging die Zeit immerhin recht schnell.
Die Ergebnisse wurden direkt ausgewertet und tadaa! Nix mit Schwangerschaftsdiabetes! Der Arzt klärte mich noch darüber auf, wie ich mich am besten ernähren sollte und dass ich weder Alkohol trinken noch rauchen sollte. Auch wenn mir das natürlich alles schon klar war. Er bemerkte, dass zwischen den beiden ja ein geringer Altersabstand wäre, riss die Augen auf, zog den Atem scharf durch die Zähne ein und sagte „Oh, da haben Sie sich ja etwas vorgenommen! Meine Kinder sind auch nur 16 Monate auseinander und die ersten 2 Jahre waren ein Ritt durch die Hölle!“ Gut, danke. Er schien zu bemerken, dass diese Art von Kommentar nicht das war, was man offensichtlich schwanger und mit einem laufenden dreiviertel Meter zuhause hören wollte und fügte noch hinzu „Aber wenn sie größer sind, dann lohnt es sich. Dann spielen sie so schön zusammen. Sie werden das schon schaffen, ganz sicher.“ Somit verließ ich die Praxis ohne Diabetes und dafür mit dem Segen des Diabetologen, besser konnte es ja eigentlich gar nicht laufen.
Halt Stop, es gab tatsächlich noch ein weiteres „Highlight“ in dieser Woche, ich hatte die ersten Übungswehen! Beim Minikröhnchen habe ich mich über jede winzig kleine Übungswehe gefreut, wusste dass es bald geschafft war. Gut, bei ihm war das wesentlich früher und mein Arzt entschied, dass ich wegen vorzeitiger Wehen zuhause bleiben sollte. Aber dennoch war es irgendwie aufregend. Jetzt sitze ich abends auf dem Sofa, spüre diesen leichten Druck und erinnere mich ganz zaghaft an das, was da noch auf mich zukommt. Nur allzu schnell möchte ich diese Gedanken dann beiseite schieben. Aber auch das werde ich überleben, hab’s ja immerhin schon mal geschafft.

27. SSW

Inzwischen wurden die Turnübungen vom Pixikröhnchen immer wilder. Links, rechts, oben, unten, überall gab es Tritte und Boxer. Legte ich mich mal nicht angemessen hin, wurde das mit Gezappel und Gerumpel quittiert. Legte ich eine Hand auf den Bauch, wurde sich dagegen gedrückt. Immer besser war das jetzt nicht nur zu merken, sondern auch zu sehen. Und es war toll ❤️

Ich fragte mich oft, wie es werden würde in der ersten Zeit. Wie würde sie sein? Wie würde sie aussehen? Wie wird das Minikröhnchen auf sie reagieren? Wird er sehr eifersüchtig sein? Wird er sie direkt belagern? Ich hatte Angst, dass die „Exklusivzeit“ fürs Minikröhnchen zu kurz war, dass er zu wenig Zeit hatte mit uns allein. Ich machte mir viele Sorgen, ob ich beiden gerecht werden konnte. Das Minikröhnchen ist ein Papa-Kind durch und durch. Wenn er ihn sieht, bin ich quasi abgeschrieben. Das ist gerade jetzt natürlich auch schön, denn viel toben und werfen kann ich ihn nicht mehr. Dennoch befürchtete ich, dass er sich noch mehr auf David fokussieren würde, wenn die Kleine da ist. Das mag die zwei Monate, in denen David auch in Elternzeit ist, gut gehen. Aber dann, wenn ich mit beiden allein bin, wird für ihn vermutlich die Welt untergehen. Und dann sitze ich da, mit zwei kleinen Menschlein, die beide irgendwie unzufrieden sind. Ich will ehrlich sein, ich habe etwas Angst vor diesem Tag. So sehr ich mich auch auf diese Zeit freue, so sehr fürchte ich mich vor ihr.

28. SSW

In dieser Woche schien das Pixikröhnchen nochmal einen ordentlichen Satz zu machen. Hallo, Bauch? Wo zur Hölle soll das enden? Ich sehe jetzt gefühlt schon so aus wie wenige Tage vorm ET des Minikröhnchens und habe noch stolze 13 Wochen vor mir. Halleluja, das wird sportlich. Apropos sportlich – das war ich im Allgemeinen noch nie. Sport war eines der sinnlosesten Fächer in meinen Augen. Geräteturnen, Ballsportarten – was soll ich damit? Nun gut, ich habe es überlebt. Aber in der 28. Woche begann der absolute Tiefpunkt meiner Unsportlichkeit. In die Hocke gehen? Kein Problem! Wieder hoch kommen? Aus reiner Kraft aus den Beinen unmöglich. Hatte ich mich noch wenige Monate vorher über die Versuche vom Minikröhnchen sich hinzustellen amüsiert, sah ich nun wohl keinen Deut besser aus. Ich brauchte entweder etwas in greifbarer Nähe an dem ich mich hochziehen konnte oder stützte mich zumindest kräftig mit den Armen vom Boden ab. Und neben mir das Minikröhnchen, dass mit luftiger Leichtigkeit aus der Hocke aufsteht und so tut, als wäre es die einfachste Sache der Welt.

Ich kann euch schonmal verraten, dieses Maß an Bewglichkeit wurde in den kommenden Wochen immer mehr reduziert. Aber gut, ein Ende ist absehbar und auch wenn es dann nicht viel einfacher wird, kann ich mich wenigstens wieder etwas besser bewegen :D