Und schon ist die Schwangerschaft fast vorbei. Wie, schon? Ja. Noch knappe 4 Wochen und das Pixikröhnchen ist da. Das ist irgendwie noch so unrealistisch. Nicht mal mehr 30 Tage und hier soll ein Neugeborenes einziehen? So ganz hat mein Hirn diese Info noch nicht verarbeitet, glaube ich. Aber immerhin sorgten die Zimperlein der letzten beiden Monate für dieses Denken, was ja die meisten Schwangeren am Ende an den Tag legen – Ich mag nicht mehr!

29. SSW

Meine Unbeweglichkeit nervte mich wahnsinnig. Ganz ehrlich, ich fühlte mich wie ein gestrandeter Wal beim Aufstehen und alles war irgendwie schon so viel langsamer als gewohnt. Wenn ich mit dem Minikröhnchen spazieren ging, hatte ich normalerweise ein flottes Tempo drauf. Nicht selten musste David noch etwas bremsen. Inzwischen konnte ich Davids Tempo zwar noch halten, jedoch war ich am Ende meistens ziemlich aus der Puste. Gar nicht schön, wenn ein kleiner Einkauf sich anfühlt wie ein Marathon.

Auch gar nicht schön war das Plätzchen backen in der Vorweihnachtszeit, die nun endlich gekommen war. Zum Plätzchen backen gehört immer auch Teig naschen – immer! Nur dieses Mal nicht, denn rohes Ei war Tabu. Richtig doof war das. Vielleicht wurden im vergangenen Jahr genau aus diesem Grund auch nur einmal Plätzchen gebacken, weil es einfach irgendwie anders war.

In dieser Woche stand auch das letzte große Screening beim Arzt an. Ich durfte nochmal etwas Blut für sämtliche Tests lassen, es ging zur wunderbaren Hebamme – noch wie vor bedaure ich sehr, dass sie keine Wochenbettbetreuung macht – und beim Ultraschall bestätigte sich noch einmal das Mädchen ❤️ Alles war so wie es sein sollte. Zwar lag die Kleine noch in Beckenendlage, aber vom Minikröhnchen war ich das ja auch nicht anders gewohnt und war demnach sehr entspannt.

30. SSW

Die 30. SSW hielt etwas für uns bereit, was niemand wirklich gebrauchen konnte – eine fette Erkältung. Erst Fieber beim Minikröhnchen, dann Husten und Schnupfen vom feinsten. Gerade bei kleinen Kindern ist das doch echt fies, immerhin sind die armen Knirpse Nasenatmer und können sich selbst ja mit dem Schnupfen auch nicht wirklich helfen. Die Nächte waren also sehr durchwachsen, da der Mini immer wieder vom Husten oder verstopfter Nase aufwachte. Wir versuchten Infludoron, was aber irgendwie so gar nichts brachte und Erfolg hatten wir dann mit dem Thymian-Myrte-Balsam von der Bahnhofsapotheke. Ein Hoch auf das Zeug!

Ein paar Tage später erwischte es dann auch mich mit Kopf- und Halsschmerzen, bald dann auch dem Vollprogramm einer Erkältung. Abwarten und Tee trinken hieß es und hoffen, dass der Mini nicht allzu viel getragen werden möchte. Das war inzwischen eh immer mehr ein Problem, denn auch seine zarten 9,5 kg waren nach einer Weile dann doch zu viel. Wir verbrachten unsere Tage also größtenteils auf dem Boden oder Sofa sitzend und Bücher guckend. Und ab und an gab es sogar mal die Fernbedienung in die Hand, damit ich ein paar Minuten Pause hatte.

31. SSW

Die Erkältung war zum Glück so gut wie durch, nur noch etwas Schnupfen quälte uns aber das war kein Drama mehr. Der Bauch machte mal wieder einen Satz und ich konnte mich noch weniger bewegen als eh schon. Hinzu kamen nun auch ein paar neue Schwangerschaftsstreifen, die ich bisher noch nicht hatte. Rein theoretisch störten die mich nicht, nur war es irgendwie doch arg schmerzhaft wie es am Bauch zog. Ständig hatte ich das Bedürfnis mich zu kratzen und die Haut spannte so unangenehm, das war einfach nicht schön.

Ich entschloss mich also, in eine gute Bodylotion zu investieren und entschied mich für die Bodybutter „Mama Streifenlos“ von Bellybutton. Ich bin ganz verliebt in das Zeug! Meine vorherige, die Lotion von babydream zog immer sehr schwer ein, auch wenn ich ihren dezenten Duft sehr mochte und er mich immer an den Anfang der ersten Schwangerschaft erinnerte, dieser erste Zauber und Hype eben. Aber der Duft von Bellybuttons Kreation war doch noch etwas schöner, blumiger und die Creme war nicht schmierig sondern schön zart.

32. SSW

Die 32. Woche verbrachten wir komplett auf der Insel Usedom und ich genoss es sehr! Den ganzen Tag mit dem Minikröhnchen allein zu sein war inzwischen echt kein Zuckerschlecken mehr, auch wenn er nicht mehr oft auf den Arm wollte. Wenn er es wollte, konnte er ziemlich bockig werden, wenn es eben nicht ging und das brachte mein eh schon dünnes Nervenkostüm fies ins Wanken. Ich wollte mit ihm spielen und toben, ihn schmeißen und wirbeln, so wie sonst auch. Aber ich war nun doch ziemlich eingeschränkt und das frustrierte uns beide sehr.

Auf Usedom war immer jemand da, der ihn bespaßen konnte. Omas, Opas, die Uroma – irgendwer hatte immer Zeit für ihn. Und ich hatte umso mehr Zeit mal zwischendurch die Beine hoch zu legen, was ich inzwischen sehr brauchte. Der Bauch zog durch sein Gewicht oft nach unten und ich freute mich über jede noch so kleine Pause.

Zu Weihnachten wurde natürlich ordentlich geschlemmt, auch wenn ich in diesem Jahr leider auf das traditionelle Mett bei meiner Oma verzichten musste.

33. SSW

Auch den Jahreswechsel verbrachten wir noch auf Usedom, diese Entscheidung hatten wir lang vor uns her geschoben. Einerseits gab es ganz klar zuhause genug Dinge, die ich angehen wollte. Andererseits genossen wir alle diese kleine Auszeit sehr. Ich hatte so viel Zeit für mich, wie schon lang nicht mehr. Ich konnte sogar in Ruhe ein paar Artikel in einer Zeitung lesen! Ganz entspannt auf dem Sofa die Beine hoch legen. Purer Luxus!

Anfang des Jahres hatte ich direkt einen Termin bei der Hebamme, wo das erste Mal „richtig“ CTG geschrieben wurde. Zur Unterstützung hatte ich meine liebste Freundin mitgenommen, damit das Minikröhnchen etwas unter Kontrolle war während ich verkabelt war :D Der Termin ging zum Glück recht fix, das CTG war genau so wie es sein sollte und zur Belohnung gönnten wir uns etwas vom Bäcker, wo wir noch eine Weile saßen.

Die Bodylotion von Bellybutton gefiel mir immer mehr, denn meine Haut hörte endlich auf zu jucken und ich fühlte mich wieder etwas normaler. Immerhin etwas! Meine allgemeine Fitness nahm dafür immer mehr ab. Kurzatmigkeit war nun ein ständiger Begleiter und zu allem Übel schlich sich nun auch wieder Sodbrennen dazu. Bevor ich mit dem Minikröhnchen schwanger war, hatte ich nie Sodbrennen, ich wusste nicht wie es sich anfühlt. Als ich es wusste, hätte ich gern drauf verzichtet. Was war ich froh, als ich mich damit nicht mehr herum ärgern musste! Ich hoffe, dass auch dieses Mal mit der Schwangerschaft das Sodbrennen geht.

34. SSW

In der 34. Woche stand wieder der normale Alltag an. Wir gingen zur Krabbelgruppe und zum Büchernachmittag, beides mit etwas Verspätung aber nun gut, ich war eben nicht mehr so schnell zu Fuß. Entgegen meiner Vorstellung, dass die Tage allein mit dem Minikröhnchen sicher sehr anstrengend sein würden, weil das Bespaßungsprogramm eben nicht mehr ganz so umfangreich war, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Ganz im Gegenteil! Wir hatten wirklich eine tolle Zeit zusammen und ich genoss es so sehr, mit dem Mini Bücher zu gucken, zu lesen und Türme zu bauen. Es war einfach toll ❤️

Gegen Ende der Woche war es dann allerdings nicht mehr ganz so toll, denn der Mini fieberte und bekam etwas später auch – mal wieder – eine Erkältung. Nicht so dramatisch wie im Dezember, aber schön trotzdem nicht. Und natürlich steckte ich mich wieder an – perfekt! So war also nicht viel los, bei dem Wetter machten lange Spaziergänge aber eh keinen Spaß. Wir kuschelten viel – und das obwohl das Minikröhnchen kein Kuschelkind ist! – und schauten auf dem Sofa Bücher an. Normalerweise saßen wir dabei auf dem Boden, aber das konnte ich inzwischen nicht mehr leisten, ständig schlliefen mir die Füße und Beine ein. Es war ein Graus!

35. SSW

Wieder stand eine Vorsorge an, dieses Mal ein CTG und eine Lagekontrolle per Ultraschall. Inzwischen wurde also nicht mehr nur alle vier sondern alle zwei Wochen kontrolliert. Das CTG war trotz munterer Turnübungen vom Pixikröhnchen sehr gut und somit war ich damit schnell durch. Dafür hatte sich Madame Pixi in die Beckenendlage gedreht, ich hatte schon eine blöde Vermutung in die Richtung. Nicht, dass wir dieses Hin und Her nicht vom Mini kennen würden, aber eigentlich hätte ich gern drauf verzichtet. Ich bekam eine Überweisung fürs Krankenhaus zu einem Geburtsplanungsgespräch, wo auch über äußere Wendung gesprochen werden sollte. Wie gesagt, nichts was wir nicht vom Minikröhnchen kennen würden :D

Ich rief also dort an, sprach mit einer lieben Hebamme und sie fragte mich, wie mein Gefühl dazu wäre. Ich sagte ihr, dass ich nicht wüsste ob es Sinn macht, da die Kleine sich noch viel dreht. Wir verblieben also so, dass ich in ein paar Tagen zur Anmeldung zur Geburt die Lage nochmal dort kontrollieren lassen solle und dann könne man noch immer einen Termin zur Planung machen. Sie gab mir ein paar Tipps, was ich machen könnte um das Pixikröhnchen zum Drehen zu bewegen und als ich dies abends versuchte war mir klar, dass ich eine solche Position definitiv nicht drei mal je zehn Minuten pro Tag aushalten würde. Schon nach einer Minute wurde mir speiübel, da Pixi mir quasi in den Magen rutschte. Gut, vielleicht würde dieses Minimum an Drehübungen ja schon ausreichen.

Ein paar Tage später bei der Anmeldung zur Geburt traf ich also auf die Hebamme, mit der ich wenige Tage vorher telefoniert hatte. Noch immer drehte Pixi munter hin und her und so machte es auch jetzt noch keinen Sinn über eine äußere Wendung und „Was wäre wenn?“ Szenarien zu sprechen. Ich – und auch die Hebamme – waren guten Mutes, dass auch das Pixikröhnchen sich noch auf die Schädellage festlegen würde. Und wenn nicht, würden wir uns etwas überlegen. Für mich war eine äußere Wendung eigentlich keine Option. Die Erfolgsrate lag bei knapp 50%, eventuell könnten vorzeitig Wehen ausgelöst werden und irgendwie stellte ich mir dieses Prozedere sehr unangenehm vor. Und Spontangeburten bei Beckenendlage sind machbar, versuchen wollte ich es also. Die Option für einen Kaiserschnitt gab es ja auch noch, wenn es eben nicht mehr weiter ging. Aber im Großen und Ganzen hoffte ich nun erstmal darauf, dass Pixi sich anders entschied.

36. SSW

Hatte ich erwähnt, dass ich Sodbrennen bekam? Ja? In dieser Woche nahm der Spaß noch richtig Fahrt auf. Es war egal, was ich aß. Sauer – Sodbrennen. Süß – Sodbrennen. Salzig – Sodbrennen. Scharf – Sodbrennen. Mein Hirn brachte mich dennoch immer öfter dazu, ungesunde Dinge zu essen. Was bekam ich bei fettigem Essen umso mehr? Richtig – Sodbrennen. Es war zum Heulen. Pixi war inzwischen so groß, dass mir regelmäßig auf den Magen gedrückt wurde, ich hatte es nun also auch mit Übelkeit zu tun. Von Kurzatmigkeit und Toilettendrang will ich jetzt gar nicht erst anfangen. Es war der Zeitpunkt, wo ich das erste Mal absolut keine Lust mehr hatte. Wirklich, so überhaupt und ganz und gar nicht.

Das Minikröhnchen ging langsam aber sehr zielsicher auf den nächsten Schub zu, ich ahnte schon schlimmes. Dauertragen konnte ich beim besten Willen nicht mehr leisten, so gern ich es auch würde. Und es brach mir das Herz, wenn er zu mir kam, sich an meine Beine klammerte und mich mit seinen wunderschönen, blauen Augen erwartungsvoll ansah. Natürlich nahm ich ihn noch auf den Arm, wie könnte ich es nicht? Aber es ging nicht mehr so wie wir beide es uns gewünscht hätten und das machte die Sache umso zermürbender. So schön dieser geringe Altersabstand auch in mancher Hinsicht sein mag, momentan war es einfach irgendwie nicht richtig. Versteht mich nicht falsch, ich freute mich wahnsinnig auf das Pixikröhnchen. Aber ich wollte auch für das Minikröhnchen da sein, ohne Einschränkungen. Das wäre ohne Megawampe sicher etwas einfacher gewesen. Aber hey, am Ende der Woche waren es so rein theoretisch nur noch vier Wochen! Das war immerhin eine absehbare Zeit, mit der ich gut leben konnte.

Jap, ihr seht richtig. In den letzten Wochen ist der Bauch nochmal ordentlich gewachsen. Aus lieb gewonnener Tradition hier also noch die akutelle Plautzen-Schau :)