Das Minikröhnchen, er hat es nicht leicht zur Zeit glaube ich. Kleinigkeiten führen zu großen Dramen, alles wird zum Anlass für Wutausbrüche genommen. Von jetzt auf gleich schlägt die Stimmung um. Er liebt seine kleine Schwester. Wenn sie im Stupenwagen liegt, geht er zu ihr und beobachtet sie oder spielt sogar mit ihrem Pony-Schnuffeltuch für sie. Dafür erntet er dann ein breites Babygrinsen. Er will den Kinderwagen schieben, will ihr den Schnuller rein pfropfen, wann immer er ihn findet. Aber wenn sie bei Papa auf dem Arm ist, das findet er noch immer doof. Dann will er auch auf den Arm, natürlich bei Papa.

Ich durfte ihn kaum noch nehmen, durfte ihn nicht ins Bett bringen und beim spazieren gehen wollte er nur bei Papa sein. Ich war abgeschrieben und das schmerzte mich doch sehr. Wollte ich doch mein wunderbares Minikröhnchen immer überall mit einbeziehen und ihn überall dabei haben, damit so etwas nicht passiert. Aber dem Mini war es natürlich gerade am Anfang viel zu langweilig. Ich konnte mich noch nicht wirklich viel bewegen, verbrachte viel Zeit sitzend – das war nun gar nicht nach seinem Geschmack.

Ich wollte, dass er wusste dass ich auch für ihn noch da bin. Dass ich ihn nicht weniger liebe als vorher. Dass er nicht ersetzt wurde. Und so bot es sich gestern an, dass wir zwei ganz allein etwas unternehmen. Wir fuhren zum Eltern-Kind-Turnen und ließen David und das Pixikröhnchen zuhause! Und es tat ihm so, so gut! Mir natürlich auch, aber es war so schön zu sehen, wie sehr er sich freute. Er nahm mich an die Hand, wollte mit mir die verschiedenen Stationen ausprobieren und kuschelte sich am Ende von der Stunde an mich. Ich habe das so sehr genossen ❤️

Wieder zuhause waren wir noch etwas im Garten, wo er mich auch nicht aus den Augen ließ und mich überall dabei haben wollte. Es klingt total banal, aber für mich war es etwas ganz besonderes, nachdem die letzten Wochen eher Papa gefragt war. Ich machte ihm Abendbrot, badete ihn und machte ihn bettfertig während David das Pixikröhnchen durchs Wohnzimmer schaukelte. Dann kam der Punkt, der alles auf die Probe stellen würde. Pixi und dem Papa „Gute Nacht“ sagen. Seit der Geburt von Pixi und auch schon davor hatte David das Minikröhnchen immer ins Bett gebracht, weil es meistens immer genau die Zeit war zu der Pixi Hunger hatte.

Ich befürchtete, dass der Mini sofort zu Papa wollen würde, wenn er den Ernst der Lage begreift. Und tatsächlich streckte er schluchzend seine Arme nach ihm aus. Ich fragte, ob ich ihn heute nicht ins Bett bringen sollte und er sah mich an, sagte allen „Gute Nacht“ und wir gingen in sein Zimmer. Ich las eine Geschichte, machte das Licht aus, legte mich neben sein Bett und er lag in seinem Bett. Ganz ruhig lag er da und sah mich an. Nicht ein einziges Mal hatte er demonstriert oder geweint. Nach einer Weile schlief er ein und ich war überglücklich. Nicht, weil er endlich schlief, sondern weil ich ihn ins Bett gebracht hatte. Nach so langer Zeit und so ohne Probleme! Ja, sowas macht Mamas glücklich.

Und wisst ihr was? Heute habe ich ihn wieder ins Bett gebracht und es hat wieder so super geklappt. Kleines Minikröhnchen, du ahnst nicht wie glücklich du deine Mama mit sowas machst ❤️

Diese Zeit mit ihm, nur mit ihm, habe ich vermisst. Und an ihm habe ich gesehen, dass er es auch vermisst hat. Donnerstag geht es für uns wieder zum Kinderturnen und auch so werde ich uns immer mal wieder ein bisschen Zeit für uns einbauen. Einfach, weil wir es beide brauchen und solang David noch zuhause ist auch dringend nutzen sollten ❤️