Seit der letzten Woche muss David wieder arbeiten und so leben wir nun seit ein paar Tagen den Alltag, vor dem ich mich schon seit Monaten gefürchtet habe. Ich allein mit zwei Kindern. Eines davon noch ganz klein und hilfsbedürftig, das andere mitten in einer Selbstfindungs- und Trotzphase. Kurz gesagt, es funktioniert irgendwie. Erstaunlicherweise sogar besser als gedacht.

Es gibt Tage, da scheint es so leicht. Da schlafen wir bis um 7 Uhr, stehen auf, essen Frühstück und gehen raus. Der Mini spielt im Sandkasten, Pixi ist in der Trage und hält nach inzwischen ca 1,5 Stunden ihr Morgenschläfchen. Ich habe beide Hände frei und kann mich somit voll und ganz mit dem Mini beschäftigen. Der Tag trudelt so locker vor sich hin, mit Mittagsschlaf auf dem Sofa, Spaziergang mit guter Laune und um 19 Uhr zwei schlafenden Kindern.

Es gibt diese unzähligen wunderbaren Momente mit den beiden. Wenn Pixi unter ihrem Trapez liegt und der Mini daneben sitzt und mit ihr spricht. Wenn sie ihn angrinst und er darüber vollkommen ausflippt vor Begeisterung. Wenn er ihr einfach so einen Kuss gibt oder seinen Kopf zu ihr legt. Oder wenn beide gleichzeitig schlafen, das ist wie Urlaub. Auch wenn ich mich dabei nicht bewegen kann, da diese Momente nur beim Mittagsschlaf einzufangen sind. Und den halten beide auf dem Stillkissen, das liegt auf mir. Doof, aber trotzdem schön irgendwie.

Und dann gibt es Tage wie heute. Tage, die zwar auch voller schöner Momente sind, aber eben auch eine ganze Menge unschöne Momente enthalten. Und am Ende des Tages ist man einfach nur müde, gereizt und ausgelaugt. Man wird laut, man schlägt Türen und man weiß, dass all das an der Situation auch nichts ändern wird.

Heute ist so ein Tag, den möchte ich gern streichen bitte. Er begann um 5.30 Uhr, viel zu früh also. Immerhin schlief Pixi noch bis um 7 Uhr. Für den Rest des Tages wollte Pixi quasi an mir festgeklebt sein. Kein Problem, ich hab ja für solche Fälle meine geliebte Storchenwiege. Nur war es dann so auch doof irgendwie. Gefühlt hat das Pixikröhnchen heute nur geweint oder geschlafen. Hinzu kommt, dass der Mini eine Erkältung bekommt und daher auch leicht reizbar ist. Somit auch bei ihm ein hohes Bock-Pensum heute.

Und dennoch habe ich es überlebt, es war ok. In den Momenten versucht man einfach das beste draus zu machen. Und es klappt, irgendwie. Eine halbe Stunde später sind beide Kinder gut drauf und alles ist vergessen. Man hangelt sich durch den Tag, versucht irgendwie allen gerecht zu werden und am Ende des Tages nicht ganz verhunzt auszusehen. Das gelingt manchmal, aber nicht immer. Heute zum Beispiel gelingt es nicht. Ich bin genervt, weil das Pixikröhnchen total müde ist und sich absolut gegen das Schlafen gewehrt hat. Bis ich sie in die Trage gesteckt habe. Nun hängt sie dort drin und schnarcht. Und ich habe dicke Augen vom Heulen.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Kinder. Aber ich bin auch noch immer ich. Mit eigenen Bedürfnissen, eigenen Plänen und eigenem Leben. Ich hatte heute 1,5 Stunden für mich. Zeit, in der ich weder ein Kind tragen, füttern, schieben oder wickeln musste. Oder aufpassen, dass der Mini voller Liebe nicht seine Schwester umbringt. Von diesen 1,5 Stunden habe ich die Hälfte damit verbracht Brot zu backen und die andere mit den Dankeskarten zur Geburt. Die natürlich noch nicht fertig sind, weil Pixi Hunger hatte und müde war. Der Plan war dann eigentlich sie ins Bett zu bringen, aber da hatte sie scheinbar anders geplant.

Und nun sitze ich hier, mit ihr in der Trage. Komme langsam zur Ruhe und bin einfach nur müde und erschöpft. Wie gern würde ich sie ablegen und aufs Sofa gehen, dort in die Ecke kriechen, mich zudecken und nichts tun. Aber die Angst, dass dann wieder zwei Stunden Alarm ist, ist zu groß. Zu groß die Gefahr, dass der Mini wach wird.

Morgen das gleiche von vorne? Im Moment unvorstellbar. Ich kann und will noch nicht an morgen denken. Ich hangle mich von Moment zu Moment, immer in dem Versuch das beste draus zu machen. Und am Ende des Tages habe ich es geschafft. Dann war es ein guter Tag, mit guten und schlechten Momenten. Es funktioniert, irgendwie.