Eine lieb gewonnene Tradition – Unser Adventsessen
von Sarah am 24.12.2025
Schon als Kind liebte ich die Advents- und Weihnachtszeit – neben den Geschenken vor allem wegen der Gemütlichkeit. Es wird früher dunkel, Kerzen statt Lampen leuchten und man rückt näher zusammen. Alles ist festlich-emotional aufgeladen, und man verbringt viel Zeit mit Freunden und Familie. Vor drei Jahren haben wir eine Tradition begonnen, die ich schon als Kind in Weihnachtsfilmen immer wunderschön fand. Zugegeben: In den meisten Filmen ist es Thanksgiving, bei dem sich Freunde und Familie zu einem großen Essen treffen. Für uns passte der Begriff Adventsessen besser – aber wie man es nennt, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass man einen wunderbaren Abend mit gutem Essen und noch besseren Freunden verbringt.
Natürlich bedeutet das in der Vorbereitung nicht nur Harmonie und Glückseligkeit – auch in diesem Jahr stand es wieder fünf vor Scheidung. Ich koche unheimlich gern, brauche dabei aber Ordnung in der Küche. Nichts finde ich schlimmer als vollgestellte Tische und Arbeitsflächen. Ich muss regelmäßig aufräumen, abwaschen und diesen kurzen Moment der Ordnung genießen. Mit David ist das leider absolut unmöglich – er lebt das Chaos in der Küche. Überall stehen angefangene Dinge, auf dem Boden liegen Kartoffelschalen und Co., und von leeren Verpackungen und schmutzigem Geschirr ganz zu schweigen. Mehr als tiefes Durchatmen bleibt mir da nicht übrig, wenn ich keine Krise heraufbeschwören möchte. Das gelingt mir mal mehr, mal weniger gut, und meistens grummele ich es in mich hinein und sorge stillschweigend für Ordnung. Das ist dann auch häufig der Punkt, an dem ich David aus der Küche verbanne – oder er freiwillig das Weite sucht.
Neben dem Chaos ist es aber natürlich auch die Menge, die wir uns jedes Jahr vornehmen. Vor drei Jahren kaufte ich mir eigens für diesen Anlass ein Weihnachtskochbuch von Jamie Oliver – ich liebe es! Die Gerichte darin sehen so köstlich aus, dass ich mich jedes Jahr kaum entscheiden kann. Was jedoch seitdem fester Bestandteil unseres Adventsessens ist, sind die Pute (im Buch eigentlich Truthahn, der bei uns jedoch schwer zu bekommen ist), Röstkartoffeln und glasierte Möhren. An diesen drei Dingen wird nicht gerüttelt – sie gehören einfach dazu. Alles andere variiert von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr gab es eine Bratapfel-Kürbis-Suppe, einen karibischen Schinkenbraten, gebackenen Kartoffelstampf, gratinierte rote Zwiebeln und Parmesan-Erbsen. David hatte außerdem eine Spekulatius-Torte gebacken, und ein weiterer fester Bestandteil ist der Beerencrumble unserer Nachbarstochter, den sie jedes Jahr mitbringt – super einfach, aber auch super lecker.
Nach dem Stress, der trotz minutiös geplanter Vorbereitung gegen Ende dann doch noch aufkam, ging es endlich ans Entspannen und Genießen. Unsere Freunde waren da, jeder packte noch kurz mit an, und dann wurde es gemütlich. So gemütlich, wie man es sich zu Weihnachten nur wünschen kann. Wir aßen gemeinsam, erzählten, lachten, die Kinder spielten – und alles war rundum perfekt. Ja, es ist jedes Jahr ein großer Aufwand, aber ich möchte diese Tradition nicht mehr missen.