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Kaum war ich schwanger brannte mein Gefühlsleben regelmäßig mit mir durch. Ich hätte stets und ständig weinen können. Vor Freude, vor Glück, vor Angst, wegen Stress oder auch einfach nur weil ich ein gutes Lied hörte. Meine Stimmungsschwankungen, hätte ich mich so als Außenstehender ertragen müssen hätte ich wohl das Weite gesucht! Aber ich sagte mir stets und ständig: „Ich bin schwanger, da ist das ja öfter mal so.“ Und somit war das für mich ein Kapitel, das wohl in naher Zukunft überwunden sein wird. 

Das Minikröhnchen kam auf die Welt und prompt war mir noch mehr nach heulen zu Mute. Weil ich unglaublich glücklich war, weil dieses kleine Menschlein endlich bei uns war aber auch wegen Sorge und Überforderung. Klar, dachte ich, das Wochenbett soll es ja auch nochmal in sich haben. Und somit war das für mich auch innerlich schon abgehakt. 

Das Baby ist nun vier Monate alt. Und irgendwie brennt es mit mir noch immer durch. Wegen Musik zum Beispiel. Neulich hörte ich einen Soundtrack zum neuen Teil von „Fifty Shades Of Grey“ im Radio und fand ihn so toll, dass mir fast die Tränen kamen. Das gleiche mit „Chöre“ von Mark Forster, „Scars To Your Beautiful“ von Alessia Cara und „Breath Of Life“ von Florence + The Maschine. Eigentlich könnte ich diese Liste noch mit sämtlichen Songs von Philipp Poisel, einer Menge Coldplay, Paramore, You Me At Six und Kings Of Leon füllen. Aber dann wäre ich wohl morgen noch nicht fertig. Fakt ist, dass dieses Hormonzeug mich noch immer gewaltig aus der Bahn wirft.

Und heute morgen dann das. Ich bin am Stall, bereite im Heulager das Futter vor und die Sonne scheint durch die Tür. Im Licht glitzert und tanzt der Staub und mein Atem zieht in Wolken seine Bahnen. Draußen zwitschern die Vögel und die Summe aus all dem treibt mir augenblicklich die Tränen in die Augen. In diesem Moment bekomme ich trotz -5 °C ein Gefühl von Frühling und ich freue mich wahnsinnig. Ja, ich liebe Schnee und Winter, aber ich freue mich genau so auch auf den Frühling, Sommer und Herbst. Alles zu seiner Zeit eben. Und jetzt kann meinetwegen langsam der Frühling kommen. Der erste Frühling vom Minikröhnchen. 

Ich bin so voller Aufregung und Vorfreude, wenn ich daran denke. Im Frühling wird das Minikröhnchen sitzen können, wohl seine ersten Krabbelversuche unternehmen und das erste Mal blühende Blumen im Garten sehen. Er wird in den Sträuchern bunte Eier hängen sehen, nicht wissend warum sie dort sind und sich dennoch wahnsinnig drüber freuen. Er wird das Gefühl von Gras in den Händen kennenlernen und ich werde lernen, wie man Grasflecken aus heller Babykleidung entfernt. 

Es wird der erste Frühling vom Baby und auch wenn er sich nie daran erinnern wird, wird es etwas ganz besonderes sein. Frühling? Du darfst dann gerne kommen, ich bin bereit. Und wenn die Frühlingsgefühle dann auch den Rest meiner Mitmenschen übermannen, fühle ich mich vielleicht gar nicht mehr so außerirdisch mit meinen Hormonstürmen. 

Just in diesem Moment läuft wieder Alessia Cara im Auto, ich geh dann mal meine Freudentränen wegkniepern. 

Sarah

Hi, ich bin Sarah. Ich bin von Herzen Mama vom Mini- und Pixikröhnchen, sehne mich aber hin und wieder nach Zeit nur für mich. Ich bin ein unruhiger Kreativkopf, muss und möchte mich immer beschäftigen. Ich liebe es zu nähen, zu backen und zu reiten, aber auch mal nichts zu tun.

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