Mein Herbst-Hype hat sich inzwischen wieder gelegt, immerhin hat das Wetter sich mal wieder verändert. Es ist heiß, absolut eklig und heiß. Dementsprechend niederschlagend und eklig war auch die vergangene, vollkommen erschöpfte Woche.

Montag

Die Woche begann wie sonst auch mit einem Montag, der nicht unbedingt vor Motivation strotzte. Nachmittags ging es dann aber zum Reiten, es stand nach langem wieder eine Platzstunde auf dem Plan. Wie ihr vielleicht noch wisst, war ich mit den letzten Platzstunden nicht allzu zufrieden. Die am Montag war hingegen super! Ich weiß nicht ob es daran lag, dass ich jetzt endlich keinen Prüfungsstress mehr hatte oder daran, dass ich mich jetzt auf Fee im Allgemeinen wohler fühle, die Angst im Unterbewusstsein weg ist. Jedenfalls klappte alles prima, vom Rückwärtsrichten bis zum Schenkelweichen und ich war richtig stolz auf mich – und natürlich Fee. Zum Abschluss ritt ich noch eine Runde um die Koppeln und nutzte den Moment einen „Pferd von oben“-Schnappschuss zu machen.

Dienstag

Heute begann mein neuer Nähkurs, auf den ich mich schon richtig gefreut hatte. Ich wusste, dass zumindest eine der Frauen, mit denen ich im ersten Kurs war, nun auch wieder dabei sein würde. Tatsächlich gab es dann sogar zwei bekannte Gesichter, abgesehen von der Kursleiterin. Ansonsten war die Stunde allerdings recht unspektakulär. Ich hatte mich tagelang nicht entscheiden können, welches Oberteil ich nähen soll. Einen Stoff hatte ich, einen schönen, leicht fallenden Baumwollstoff in schwarz-braun gestreift. Es sollte ein T-Shirt werden, soviel stand fest. Aber die Entscheidung fiel mir wahrhaftig nicht leicht, lieber ein Longshirt mit engerer Taille oder ein T-Shirt mit ineinander verschlungenem Ausschnitt? Es wurde dann zweiteres, was sich schon beim Zuschnitt als echte Herausforderung erwies. Sowieso ist das Zuschneiden meiner Meinung nach die lästigste Arbeit am Nähen, meinetwegen könnte man das auch auslassen. Jedenfalls war ich dann 4 Stunden lang damit beschäftigt, die Schnittmuster von Papier auf Folie und dann von Folie auf Stoff zu übertragen. Natürlich blieb die erste Stunde nicht ohne einen kleinen Disput mit der Kursleitung. Ich möchte inzwischen behaupten, dass ich keine blutige Nähanfängerin mehr bin und Schnittmuster und Auflegepläne sehr wohl lesen kann. Die gute Frau wollte jedoch partout nicht einsehen, dass eines der Schnitteile nicht im Stoffbruch liegen musste. Im Nachhinein muss ich mir allerdings eingestehen, dass sie recht hatte. Der Auflegeplan war einfach falsch. Aber das bleibt jetzt mal unter uns.

Mittwoch

Am Mittwoch habe ich nach der Arbeit mal ein bisschen entrümpelt, etliche Bücher/Spiele lagen einfach nur rum und staubten zu. Auch für mein kaputtes Handy könnte ich ja vielleicht noch etwas abstauben. Es wurden diverse Ankaufseiten verglichen und letztendlich stellte ich doch alles bei eBay ein. Ratzfatz ein paar Bilder von allem gemacht und Preise festgelegt, innerhalb weniger Minuten hatte ich sogar schon über 50 Zugriffe auf das Handy, wenn das mal nicht laufen würde. Abends gab es einen Burger. Jetzt nicht so einen typischen McDonalds-like Burger, sondern einen „echten“ Burger. Ohne Brot, versteht sich. Dekoriert mit etwas Tomate und Gurke. Einfach, aber sehr, sehr lecker. Auch wenn es meiner Meinung nach eher weniger ein Burger als eine Boulette war.
Donnerstag

Das Geschäft mit dem Handy lief besser als erwartet, ich hatte ein paar Anfragen bekommen, welches Zubehör denn dazu gehören würde. Nach Beantwortung dachte ich mir, dass es nicht schaden würde wenn ich das direkt ins Angebot schreibe, so erspare ich anderen das Fragen. Aber das Handy war verschwunden. Es wurde gekauft! Ich war glücklich, machte fix einen Versandschein fertig und verabschiedete mich dann doch etwas wehmütig von meinem geliebten Smartphone. Wir hatten eine wirklich schöne Zeit zusammen. Ansonsten war der Tag sehr, sehr ereignislos.

Freitag

Eigentlich hätte ich heute reiten gehabt, das wurde jedoch auf Samstag verschoben. Also nutzte ich die gewonnene Zeit für eine weitere Johannisbeerernte im Garten. Dieses Mal sollten die schwarzen Beeren dran glauben, nur leider waren die meisten davon schon weg und ich sammelte mehr Käfer und Spinnen als alles andere ein. Und immer wenn eine Spinne ungesehen in der Schüssel landete, wurde diese einmal ins Gebüsch gefeuert. Dementsprechend waren später kaum noch schwarze Beeren in der Schüssel und ich musste mit den restlichen roten aufstocken, davon waren immerhin noch genügend da. Auch die Katzen hatten wieder eine Menge Spaß und Bohne kam sogar erst abends zurück auf den Balkon, nachdem sie sich 4 Stunden lang ordentlich ausgetobt hatte. In der Zwischenzeit hatte ich eine weitere Ladung Johannisbeergelee gekocht und mir ein paar Scribbles für Etiketten gemacht, die am nächsten Tag geplottet werden sollten.

Samstag

Das Reiten am Samstag war extra früh gelegt, um 9.30 Uhr, damit es nicht so warm war. Das hatte allerdings nicht allzu viel gebracht, obwohl wir im Wald unterwegs waren, war es unerträglich heiß. Dennoch genoss ich den Ausritt sehr. Ich war allein mit Judith unterwegs, sie auf dem neuen Pferd Amir und ich auf Fee, die trotz der Hitze ordentlich Dampf hatte. Auf einer der Galoppstrecken ließen wir die beiden einfach laufen und sich auspowern, immerhin haben sie dazu nicht oft Gelegenheit, weil meistens kleinere Mädchen dabei sind, die eben noch nicht allzu schnell unterwegs sein sollen und wollen. Oder eben eines der beiden älteren Pferde, Xenia und Watan, auf die Judith auch viel Rücksicht nimmt. Fee und Amir hatten jedenfalls eine Menge Spaß und schnauften anschließend was das Zeug hielt. Kurz vor dem Stall drehte ich noch einmal um und ging ein ganzes Stück weit zurück. Ich trabte, galoppierte, parierte wieder durch zum Trab und galoppierte wieder. Es machte einfach Spaß, mal frei entscheiden zu können, wie man gerade reiten möchte. Auf dem Rückweg noch ein paar Schenkelweichen eingebaut und ich war glücklich. Ich half Judith noch ein bisschen im Stall und dann ging es auch leider schon wieder zurück.
Ich hatte mich auf einen schönen, freien Nachmittag mit braten in der Sonne am Maar gefreut. Aber dann erinnerte David mich daran, dass heute mal wieder Fußball anstehen würde. Das war es also mit Maarbesuch. Stattdessen verbunkerte ich mich bei der Hitze im kühlen Arbeitszimmer und werkelte an meinem Plot herum, von dem ich euch ja bereits berichtet habe.

Sonntag

Heute ging es endlich ans Maar. Das Wetter war wesentlich angenehmer und somit stieg auch die Unternehmungslust. Ich muss gestehen, in den 3 Jahren die ich nun hier wohne, war ich noch nie im Maar schwimmen. Und ich habe es wirklich bereut. Das Wasser ist 1a sauber, richtig schön klar. Und herrlich erfrischend. Auch wenn ich mich anfangs wirklich erschrocken habe, weil man nach 1 Meter gemütlich auf dem Grund watschelnd den Boden unter den Füßen verliert. Ab und zu mussten wir dann doch zurück an den Rand, weil ständig im Wasser in Bewegung zu sein ganz schön anstrengend sein kann. Auch, wenn ich einen Großteil der Zeit einfach nur auf dem Rücken treibend verbrachte und die Sonne genoss. Es war einfach ein herrlicher Vormittag am Maar, den wir definitiv demnächst wiederholen werden.
Abends packte mich die große Langeweile und spontan wurden Kamera, Stativ und David eingepackt, zu einem schönen Feld in der Nähe gefahren und ein paar Bilder gemacht. Ja, sehr schöne Bilder muss ich sagen. Ihr werdet sie bald sehen, versprochen! Anschließend ging es dann noch in eine Bar, wo wir den Abend gemütlich bei alkoholfreien Cocktails und einem Snack ausklingen ließen.

Und das waren sie auch schon, meine Wochenhighlights. Übrigens, möchte ich nun mal meinen Chaos-Ticker von neulich auflösen. Dort schrieb ich etwas wie „Ich weiß ja nicht was ihr nicht wisst, und wenn ich Erfolg habe erzähle ich euch vielleicht bald davon.“ Eins vorweg: Ich hatte tatsächlich schon etwas Erfolg. Und um nicht noch mehr Unruhe zu stiften als eh schon, will ich das ganze Geheimnis hier mal auflösen. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, kommt in letzter Zeit das Thema Sport ab und zu nebenbei auf den Tisch. Und im Prinzip ist es das auch schon, ich mache Sport. Viel. Anstrengend. Und ich stelle meine Ernährung etwas um, dieses Mal sogar so, dass es mir relativ leicht fällt und ich nichts vermisse, nicht abends hungernd ins Bett gehe. Kurz gesagt, ich versuche meinen Körper etwas in Form zu bringen und ein bisschen Gewicht zu verlieren. Vor ein paar Wochen stand ich morgens nach langem auf der Waage und mich traf ein Schlag. Fast 67 kg blinkten da vor mir auf und ich war am Boden zerstört, ehrlich. Bisher hatte ich bei solchen Aktionen immer nur wenig Erfolg. Entweder ich hatte Heißhunger auf irgendwelche Dinge, weil ich einfach nur selten und wenig aß, was im Programm auch so vorgesehen war. Oder es ging einfach irgendwann nicht weiter. Nun habe ich SHRED ausprobiert, sowohl das Ernährungs- als auch das Sportprogramm. Und es wirkt, ehrlich. Das Ernährungsprogramm ist auf 6 Wochen ausgelegt, jede Woche gibt es bestimmte Regeln an die man sich halten sollte und täglich gibt es genügend Auswahlmöglichkeiten, was man essen kann. Auch ein Schokopudding oder Kuchen dürfen sogar mal sein. Sorgt definitiv für purzelnde Pfunde und das Programm ist dank der vielen, kleinen Mahlzeiten absolut nicht anstrengend. Das Sportprogramm hingegen raubt mir jeden Nerv. Ich fluche, ich schimpfe, ich schluchze. Es ist hart, sehr sehr hart, wenn man wie ich vorher laaaange nichts gemacht hat. Aber es wirkt! Ich habe das selbst nicht wirklich wahrgenommen, aber fachmännisch protokollierte Messwerte von Tag1 unterscheiden sich deutlich von den aktuellen. Ja, es geht voran. Ich habe ein Ziel und bin auf dem besten Weg dahin. Vielleicht berichte ich demnächst mal genauer darüber.