Heute möchte ich nun einmal anfangen, ein bisschen über den bisherigen Verlauf der Schwangerschaft zu berichten. Ich habe damit ja bereits gedroht :D Beginnen wir also – logischerweise – mit dem 1. und 2. Monat.

3. SSW

Eine Ahnung, dass es geklappt haben könnte, hatte ich eigentlich von Anfang an. Aber um ehrlich zu sein, war ich mir dessen auch schon im Dezember sicher, von daher setzte ich dieses Mal nicht ganz so viele Hoffnungen in das Bauchgefühl. In der 3. Woche schlichen sich dann allerdings die ersten, leisen Anzeichen ein. Es zwickte und piekste im Unterbauch und meine Oberweite spannte furchtbar, wobei das Ausmaß von furchtbar in den nächsten Wochen noch gesteigert wurde. Am ersten Januar-Wochenende machte ich eine IKEA-Shoppingtour mit Tina, es sollte Deko gekauft werden für ihre neue Wohnung. Mir kam das ganze recht gelegen, denn da wir im Arbeitszimmer den komischen Teppich verbannen wollten, entschloss ich mich kurzerhand Laminat zu kaufen (Ja, das gibts im IKEA günstig und in einer für unsere Zwecke ausreichenden Qualität.)

Wir wuselten uns also durch die komplette Ausstellung ehe wir dann in die Lagerhalle gingen. In der Babyabteilung war Tina total entzückt und meinte „Wenn ich das hier alles sehe, würde ich am liebsten für jemanden ein Babyzimmer einrichten!“ Und ich dachte „Nun ja. Mal sehen ob das in ein paar Monaten vielleicht was wird.“

3. SSW

In der 4. Woche verstärkten sich die Anzeichen immer mehr. Es rumorte ordentlich und meine Brüste trieben mich schier in den Wahnsinn. Für mich als absoluten Bauchschläfer war es die Hölle, denn teilweise blieb es mir wirklich nur auf dem Rücken zu liegen. Alles andere schmerzte zu sehr. David kam in dieser Woche schon am Donnerstag nach Hause und für mich stand fest: „Heute Abend mache ich einen Test! Egal, dass man eigentlich so früh besser morgens testet und egal, dass bisher auch noch nicht meine Tage ausgesetzt hatten.“ Ich wollte es einfach wissen. Um die Zeit zu überrücken – ich war ziemlich aufgeregt – räumte ich das komplette Arbeitszimmer leer und verstaute sämtliche Möbel im Schlafzimmer. Ja, das war eine ganze Menge. 2 Regale, ein riesiger Eck-Schreibtisch und ein Sofa. Ich war selbst etwas überrascht, dass ich das alleine geschafft hatte, immerhin hatte ich mir nicht die Arbeit gemacht alles auszuräumen. Als David dann endlich nach Hause kam, rannte ich direkt ins Bad. Glücklicherweise hatte ich mir in weiser Vorraussicht direkt 3 Tests gekauft, man weiß ja nie. Die ersten beiden waren tatsächlich Nieten. Ein kleines Büchlein zeigte sich im Display, ich sollte mich an die Anleitung halten. Der letzte Test also. Und es dauerte nicht lang, da blinkte in der rechten Ecke ein dickes Plus auf. Ok, durchatmen. Plus heißt was? Ok. Schwanger. Gut. Atmen. Atmen. Ich rief David dazu, denn ein negatives Ergebnis würden wir wohl nicht mehr bekommen. Und ein paar Momente später erschien unter dem Plus „1-2 Wochen“. Ich war also schwanger. Und obwohl ich es eigentlich schon vorher wusste, bestätigte sich diese süße Vermutung und Hoffnung am Abend des 14.01.2016. Ich war aufgeregt, überglücklich und konnte es irgendwie nicht richtig begreifen. Sofort schickte ich Tina ein Bild vom Test mit dem Text „Ich glaube wir müssen dann in ein paar Monaten nochmal zu IKEA“ Sie rief mich später total aufgeregt an und freute sich tierisch für uns. Und wir uns auch. Ein Baby. Ein Mini-Kröhnchen. Unfassbar. Unfassbar schön.

5. SSW

Ein paar Tage später hatte ich meinen ersten Termin beim Arzt zum Ultraschall. David und ich hatten uns für diesen Tag frei genommen, da der Termin direkt morgens war und ich mal einen freien Tag gebrauchen könnte. Vorallem für den Fall, wenn der Arzt sagen würde „Nö, da ist nix.“ Soll ja vorkommen. Ich war absolut nervös, kaum ansprechbar glaube ich. Als wir dann aufgerufen wurden und beim Arzt saßen beruhigte ich mich recht schnell. Man muss dazu sagen, ich habe einen ganz tollen Arzt, der einem jegliche Ängste nehmen kann und alles recht entspannt sieht. Dann kam der Ultraschall und man sah einen kleinen schwarzen Fleck. Mehr nicht. Das wäre normal, sagte er, da wir mit der 5. SSW recht früh dran wären. Er könnte also eine Eileiterschwangerschaft noch nicht zu 100% ausschließen. Schwanger sei ich aber auf jeden Fall. Er merkte wohl, dass ich einerseits glücklich und andererseits eher verunsichert war und bot mir an, beim ersten Vorsorgetermin den ich eigentlich bei der Hebamme in der Praxis hatte, kurz einen Ultraschall zu machen. Bis dahin sollte man etwas sehen können und mit Glück gibt es dann auch einen Herzschlag. Sehr gut. Ich war etwas beruhigt. Ich bekam ein paar Hinweise, was jetzt auf keinen Fall mehr ginge und auf was ich ernährungstechnisch achten sollte. Sport wäre kein Problem, solang ich mich dabei wohl fühlte. Und auch reiten durfte ich weiterhin, solang es eben von Kopf und Bauch her ging. Wunderbar. Ich gab noch ein paar Proben ab, machte zwei neue Termine für die nächsten Untersuchungen und hatte dann einen freien, tollen Tag mit David. Ja, ich hatte da tatsächlich ein Menschlein in mir. Und ich war nach dem Termin auch recht zuversichtlich, dass alles so war wie es sein sollte. Hier also das erste Portrait vom Mini-Kröhnchen bzw. seiner Behausung vom 20.01.2016

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Nur zwei Tage später versetzte mich etwas Unschönes in Panik. Na toll, wars das jetzt? Wir fuhren also am Samstagmorgen ins Krankenhaus, wo ich das abgeklärt haben wollte. Nach ewiger Warterei ging ich also ins Zimmer einer sehr unfreundlichen Ärztin, die extrem gelangweilt irgendwelche Fragen stellte.

„Wurden Sie in den letzten Tagen untersucht?“
„Ja.“
„Na sehen Sie. Da haben wir doch die Ursache.“
„Ja, das kann sein. Aber ich möchte es trotzdem gern abgeklärt haben.“

Also schallte sie widerwillig und befand alles für normal. Es wäre zu früh um eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen, aber es sehe sonst alles gut aus mit den beiden.

„Ähm… Beiden?!“
„Ja, also meiner Meinung nach sind da zwei Fruchthöhlen.“
„OK…“

Ich wusste im ersten Moment nicht, wie ich darüber denken sollte. Zumal ich erst vor ein paar Wochen, wo wir nur den leisen Hauch einer Ahnung hatten, dass dort etwas war zu David sagte „Über Jungennamen brauchen wir uns keine Gedanken machen, wir bekommen zwei Mädchen.“ Sollte diese mehr spaßige Vermutung nun doch so sein? Die Ärztin sagte, dass sie dafür jetzt natürlich keine Garantie übernehmen würde. So früh von Zwillingen zu sprechen wäre waghalsig. Und so ging ich immerhin mit der Gewissheit nach Hause, dass da etwas war. Es könnten aber auch zwei sein. David dachte im ersten Moment, ich würd ihn verarschen. Aber gut, so war es nunmal.

6. SSW

In der 6. SSW schlich sich langsam die Übelkeit ein. Nie wirklich schlimm, aber immer leicht flau im Magen was dann echt unangenehm war. Außerdem unangenehm: Mein Geruchsempfinden steigerte sich extrem. Ich war dermaßen geruchsempfindlich, dass mir meine Arbeitskollegin echt Leid tat. Da wir erst im Dezember in ein neues Gebäude gezogen waren, roch alles noch neu und frisch. Für mich war es aber teilweise so unerträglich, dass ich bei -6 °C am liebsten dauerhaft das Fenster geöffnet hätte. Es war absolut ekelhaft. In der 7. Woche steigerte sich dieses noch einmal und auch die Übelkeit nahm zu. An Essen war kaum zu denken, auch wenn es ironischerweise das einzige war, was den Magen besänfigte. Da ich in dieser Woche auch meine 1. VU bei der Hebamme hatte und somit auch den 2. Ultraschall sprach ich das Problem an. Ich sollte morgens vor dem Aufstehen etwas Wasser trinken und immer etwas Knäckebrot oder Ähnliches am Bett griffbereit haben, das ich morgens essen konnte. Gut. Knäckebrot also. Yummie! Da ich von mir wusste, dass Knäckebrot bei mir die Übelkeit eher verstärken würde, entschied ich mich später für Russisch Brot und TUC Cracker in den Sorten Cheese & Onion und Bacon. Zweiteres war ein Fehlgriff, wie sich herausstellte. Russisch Brot und Cracker waren vielleicht nicht so gesund und gut wie Knäcke, aber es half mir mit der Übelkeit zurecht zu kommen. Und nach den TUC Crackern war ich absolut süchtig!

7. SSW

Der Termin bei Hebamme und Arzt war toll. Erst wurde ich zum Ultraschall geholt, der nun ja endlich Gewissheit geben sollte ob es eine „echte“ Schwangerschaft war. Auch, wenn ich diesbezüglich inzwischen sehr optimistisch war. Und siehe da, auf dem Monitor sah ich recht schnell nicht nur ein kleines weißes Etwas, sondern auch einen winzig kleinen Herzschlag. Ja, da war ein Baby und sein Herzlein tuckerte ganz fleißig vor sich hin. Ich war absolut hin und weg. Ein zweites konnte er jedoch nicht finden. Seiner Meinung nach könnte das zweite Fleckchen auch ein kleines Hämatom von der vorherigen Untersuchung gewesen sein. Ein neues Foto vom Baby gab es natürlich auch, geknipst am 02.02.2016. Das kleine Menschlein hatte nun eine Größe von knapp 6 mm.

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Im Zimmer der Hebamme fühlte ich mich total wohl, es war richtig schön gemütlich eingerichtet. Auch die Hebamme an sich war super nett, ging auf meine Fragen ein und erkläre mir diverse Dine, die im Mutterpass standen. Den durfte ich dann nämlich auch direkt mitnehmen. Außerdem gab es auch von ihr Hinweise zur Ernährung und sonstige Verhaltensregeln. Fein säuberlich auf einem A4-Blatt ausgedruckt. Als ich mir die Liste zuhause durchlas, fiel mir fast die Kinnlade herunter. Kein Mett, keine Salami, kein roher Schinken, kein Softeis! Wie sollte ich den Sommer überleben ohne Softeis??? Punkte wie „Eiswürfel unsicherer Herkunft“ brachten mich eher zum Schmunzeln, als dass ich mich darum sorgte. Aber ein paar gemeine Dinge waren es schon, auf die ich nun verzichten musste. Ich glaube, ich werde hierzu demnächst mal einen eigenen Beitrag schreiben.

In der 7. Woche fuhren wir außerdem zu unseren Eltern, um die frohe Botschaft zu verkünden. Ja, ich weiß. Es ist früh und viele halten sich ja wirklich daran 12 Wochen damit zu warten. Aber ganz ehrlich? Wir waren so glücklich darüber, dass wir es am liebsten der ganzen Welt erzählt hätten. Und für den Fall, dass etwas schief gegangen wäre, hätten wir immerhin auch Unterstützung von unseren Eltern bekommen. Ich glaube, sowas steht man ungern allein durch. Sowohl Davids als auch meine Eltern waren sehr glücklich, freuten sich für uns und sagten dies auch mehrmals. Ja, das war toll. Das machte mich gleich noch ein Stück glücklicher. Natürlich wurden auch Omas, Opas und mein Onkel informier. Meiner Cousine hatte ich bereits ein paar Tage vorher auf ihr Nachfragen hin davon erzählt. Auch hier waren alle sehr erfreut :)

8. SSW

Die 8. Woche, und somit das Ende des 2. Monats brach an. David und ich fuhren das erste Mal zu IKEA, er war absolut ungehalten und hätte am liebsten schon sofort das Babyzimmer eingerichtet glaube ich. Als wir dann in der Babyabteilung ankamen, war er etwas enttäuscht. Er hätte sich mehr vorgestellt. Nun gut, für solche Dinge hatten wir ja auch noch eine ganze Menge Zeit. Die Übelkeit war inzwischen nicht mehr täglich, wenn sie kam, dann aber mit aller Wucht und auch über den ganzen Tag. Nein, schön war es nicht. Aber immerhin musste ich mich nicht einmal übergeben – auch wenn ich es mir in manchen Momenten wohl gewünscht hätte. Und hey, Übelkeit soll ein Anzeichen für eine intakte Schwangerschaft sein. Also musste ich mir immerhin darum wohl keine Sorgen machen. Am Wochenende traf ich mich mit meiner Cousine in Hamburg, es mussten dringend neue Klamotten her. Ja, jetzt schon. Inzwischen passte mir keiner meiner BH’s mehr angenehm und meinen Bauch, der bisher nur aussah als hätte ich zu viel gegessen, den konnte ich in meinen bisherigen Oberteilen nicht mehr lang verstecken. Immerhin wollte ich auf Arbeit zumindest bei den Koleggen erst nach der 12. SSW offiziell schwanger sein. Es musste also etwas neues gekauft werden. Und es wurden auch tatsächlich ein paar gute Angebote geschossen, die inzwischen aber leider auch nicht mehr ihren Zweck erfüllen. Nun gut. Nun darf es ja eh jeder wissen^^

Und tatsächlich habe ich seit Beginn der Schwangerschaft mehr oder weniger regelmäßig Bauch-Fotos geschossen. Man muss dazu sagen, dass ich seit jeher eher Modell „Specki“ bin. Sobald ich also mal etwas mehr esse, polstert mein Körper direkt alles ein. Ich muss allerdings sagen, dass ich in den ersten Wochen nicht mehr, oder zumindest nicht bewusst mehr und anders gegessen habe als sonst. Dennoch sah ich zum Ende der 8. Woche aus wie ein aufgepumpter Wal. Nein, da sieht man absolut nichts von Babybauch sondern mehr von Zu-Viel-Gegessen-Bauch. Ist aber nich so gewesen. Ehrlich! Hier also nun die unverblühmte Wahrheit dessen, was mein Körper so für nötig befand.

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Die Grafiken aus dem Titelbild stammen übrigens von www.flaticon.com, gestellt von Freepik und gibt es dort unter der Creative Commons BY 3 Lizenz.