… ist Krabbelgruppe! Oder besser gesagt alle zwei Wochen. Und so war es auch heute endlich wieder soweit. Denn sowohl ich als auch das Minikröhnchen sind nach der anfänglichen Skepsis dieser Unternehmung gegenüber echte Fans geworden! Ihr erinnert euch vielleicht, dass ich im vergangenen Jahr eher unsicher war, wie es mir dort gefallen würde. Ich befürchtete ein bisschen, dass dort pausenlos gesungen wird und jede Mama ihr Superbaby in den Himmel lobt. Ein riesiger Wettstreit darum, wer schon krabbeln kann oder sogar schon läuft und die ersten Worte werden wie Kunststückchen vom Kind abverlangt. Ich weiß, das klingt paranoid. Aber so große Menschenansammlungen, dann noch ausschließlich Frauen, da bin ich immer etwas vorsichtiger.

Jedenfalls haben sich meine Befürchtungen schon beim ersten Mal nicht bestätigt. Es wurden zwei Lieder gesungen, das war ok für jemanden der seine Singstimme ungern in der Öffentlichkeit Preis gibt. Ansonsten konnten die kleinen spielen und die Mamas quatschen. Und es war toll! Seither sind wir also alle zwei Wochen dort, sofern nichts dazwischen kommt. Einige sind noch vom Anfang da, andere kommen neu dazu. Und auch heute hatten wir Neuzugang, was sehr schön ist, zumal wir im November teilweise nur zu dritt dort saßen. Das Minikröhnchen zählt inzwischen vom Alter her schon zu den Großen, größentechnisch liegt er teilweise mit 8 Monate alten Babys gleich auf. Aber das ist ok, wenn man bedenkt dass seine Eltern auch nur an die Maße eines groß geratenen Hobbits kommen. Wir machen uns da überhaupt keine Sorgen. Er wächst und ist fit, alles andere ist egal 😊

Ich finde, gerade in der Krabbelgruppe wird einem nochmal bewusst, wie schnell die Zeit rast. Da ist ein kleiner Junge, der im März seinen ersten Geburtstag feiert. Als ich ihn und seine Mama kennenlernte, da war er knapp 3 Monate alt. Saß an seine Mama gelehnt oder schlief. Schlief, schlief, schlief und kein Wühlen im Bällebad oder Gezanke von anderen Kindern konnte ihn davon abhalten. Er war ein Baby, winzig klein und hilflos ohne seine Mama. Und jetzt? Jetzt zieht der kleine Mann sich überall hoch, brabbelt wild vor sich hin und will alles und noch viel mehr. Sturm und Drang sozusagen. Wenn seine Mama kurz den Raum verlässt, krabbelt er schnell hinterher und stellt sich laut protestierend an die Tür. Und schlafen? Pf! Wer braucht schon Schlaf? Kaum zu glauben, dass das vor knapp 6 Monaten noch ganz anders aussah.

Und vor allem kaum zu glauben, dass das Minikröhnchen vor nicht mal 6 Monaten genau so ein Halbstarker war, wie der kleine Wirbelwind jetzt! Wie schnell vergeht bitte die Zeit? Wann werden die kleinen so groß? Scheinbar über Nacht lernen sie neue Dinge, wachsen ein Stück oder überwinden eine anstrengende Phase. Man wacht auf und hat plötzlich ein anderes Kind. Und wenn dann so winzig kleine Neuzugänge kommen, die mich frustriert auf dem Bauch liegen und nicht voran kommen, die sich nicht drehen können, dann erinnert man sich umso mehr zurück, dass das beim eigenen Kind noch gar nicht so lang her ist. Letztes Jahr um diese Zeit, da hat das Minikröhnchen seine Hände entdeckt. Konnte sich weder drehen noch fortbewegen. Und jetzt läuft dieser kleine Mensch durch die Gegend und hat nur Unfug im Kopf. 

Manchmal, da wünsche ich mir dass das alles etwas langsamer geht. Dass er sich Zeit lässt mit dem Groß werden. Aber eigentlich ist es wundervoll so. Mit ihm jeden Tag die Welt zu entdecken, jeden Tag über seine Ideen zu staunen und zu lachen. Auch wenn ich über einige Sachen vielleicht nicht lachen sollte, denn quer durch die Küche katapultierte Nudeln sind ja eigentlich nicht witzig. Immerhin haben wir Katzen, die sich der Sache schneller annehmen als ich „Wisch und weg“ sagen könnte. Aber wenn ich etwas gelernt habe in den vergangenen 15 Monaten, dann ist es zu genießen. Die Zeit, die wir mit unseren Kindern haben in vollen Zügen zu genießen. Sie ist das kostbarste, was wir ihnen geben können. Da darf man selbst dann auch nochmal ein Stück weit Kind sein und sich über fliegende Nudeln freuen. Und in der Krabbelgruppe, da bin ich nicht die einzige Mama, die über die Einfälle ihres Kindes lacht und staunt. Da sind wir alle gleich, egal wie alt man selbst ist und wie alt die kleinen sind. Mamas eben, die vollkommen verliebt in ihre Kinder sind. Mamas, die die anderen Kinder begeistert und lieb begrüßen und von den größeren ein breites Lächeln ernten. Mamas, die sich irgendwie gefunden haben und nun einen wichtigen Teil in unserem Leben einnehmen. Nein, ich bereue kein Stück zur Krabbelgruppe gegangen zu sein. Und ich freue mich schon jetzt auf unser nächstes Treffen in zwei Wochen 😊