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Als ich diesen Artikel schreibe, ist es 6.30 Uhr. Bereits seit anderthalb Stunden bin ich wach und wälze mich seither im Bett hin und her. Höre auf jedes Signal meines Körpers, das mir verraten könnte „Es geht los!“. Ja, ich bin sechs Tage vor dem errechneten Termin und ich bin langsam wirklich ungeduldig. Und obwohl ich sicher nicht die einzige Schwangere bin, die sich langsam endlich ihr Baby wünscht, fühle ich mich irgendwie total furchtbar dabei.

Kleine Vorboten

Eigentlich war ich die ganze Zeit über sehr entspannt, dachte mir „Irgendwann kommt er schon, drin geblieben ist schließlich noch niemand.“ Dann begann ich vor knapp zwei Wochen Himberrblättertee zu trinken, einen Tag später stellten sich wesentlich spürbarere Übungs- und Senkwehen ein. Wenn David zuhause ist, machen wir lange Spaziergänge und auch hier spüre ich immer mehr, wie sich da jemand ganz kräftig ins Becken schiebt. Von allen Seiten höre ich „Boah! Der Bauch sitzt aber schon tief! Das dauert bestimmt nicht mehr lange!“ Dies sind unter anderem Dinge, die mich denken lassen, dass es nun wirklich kurz vor 12 ist und wir unser Minikröhnchen bald bei uns haben.

Aber irgendwie passiert nichts, was jetzt tatsächlich ernst zu nehmen wäre. Und das sorgt so langsam irgendwie für ein bisschen Frustration und Ungeduld. Ungeduld, weil wir nun auf der Zielgeraden sind und es quasi täglich soweit sein könnte. Frustration, weil nichts passiert und weil ich mich über mich selbst ärgere, dass ich so ungeduldig bin. Immerhin habe ich noch nicht übertragen und eigentlich hat das Minikröhnchen ja auch noch eine Weile Zeit, die es  sich auch gerne nehmen darf. Aber dennoch, ich wünsche mir momentan nichts mehr, als unser Baby endlich bei uns zu haben.

Und, wie geht’s dir?

Ich weiß natürlich, dass diese Frage mit keiner bösen Absicht gestellt wird, dass auch mein Umfeld aufgeregt ist. Dennoch kann ich es langsam nicht mehr hören. Auch wenn sie bestimmt nicht immer auf Antworten in Richtung „Jupp, Wehen ohne Ende und wir fahren gleich ins Krankenhaus.“ abzielt, hört man doch manchmal einen erwartungsvollen Unterton bei einigen heraus. Jeder scheint auf das Minikröhnchen zu warten, was ich verstehe, David und ich freuen uns am allermeisten auf ihn. Aber ich denke, dass auch alle anderen sich sicher sein dürfen, dass sie informiert werden sobald das Baby da ist. Je näher der Entbindungstermin rückt, desto öfter scheinen diese Fragen zu kommen. Und ich weiß, dass es nicht weniger sondern eher mehr werden wird.

Auch Spekulationen über den wirklichen Termin, sind Dinge die mich inzwischen einfach nur nerven. Anfangs noch mit einem spaßigem Lächeln abgetan, ist es inzwischen nur noch anstrengend und sorgt für Druck meinerseits. Morgen, am 17.09. hätte mein Opa Geburtstag gehabt und quasi seit der Termin für die Landungs vom Minikröhnchen steht, ist ein Großteil meiner Familie sich sicher, dass dann ja das Baby kommt. So müsse das einfach sein! Sätze wie „Am Samstag wird ja euer Baby geboren.“ kann ich einfach nicht mehr hören. Und ganz ehrlich? Inzwischen finde ich die Vorstellung, dass morgen dann wirklich das Minikröhnchen kommt ganz furchtbar. Auch dies sorgt irgendwie für ein schlechtes Gewissen bei mir, da ich weiß wie sehr das einige freuen würde. Aber einfach, weil man sich dann für immer anhören könnte, dass es ja alle gesagt hätten und dass eben so sein musste, will ich es nicht. Müsste es das? Und was, wenn der Geburtstag am 29.09. gewesen wäre? Hätte ich dann eine Woche übertragen und es hätte so sein müssen?

Ich denke, auf den Geburtstag unseres Minikröhnchens hat niemand Einfluss, außer er selbst. Wenn er kommen will, dann kommt er. Und ob das nun morgen ist, in fünf Tagen, als Punktlandung oder auch in zwei Wochen. Unser Baby wird sich auf den Weg machen, wenn er bereit ist und nicht, wenn es von ihm erwartet und von allen prophezeit wird.

Wann bist du endlich da?

Und dennoch, meine Ungeduld scheint von Tag zu Tag zu steigen. Ich bin muffelig, hibbelig, erwartungsvoll. Ein ständiges Auf und Ab von Vorfreude und Miesepetrigkeit. Sobald sich auch nur die kleinste Wehe ankündigt, bin ich in größter Erwartungshaltung und zähle die Minuten bis zur nächsten. So klein und unwichtig diese Wehen auch sein mögen, in dem Moment stecke ich so viel Hoffnung in sie – ehe sie sich wieder im Nichts auflösen. Diese Stimmung, Ungeduld gepaart mit schlechtem Gewissen, ist in den letzten Tagen einfach nur belastend für mich und ich denke auch für David. Eigentlich will ich gar nicht ungeduldig sein. Ich sollte die letze Zeit mit David allein nochmal genießen. Aber irgendwie ist das leider leichter gesagt als getan.

Diese Erwartungen, die man selbst hat und die durch das eigene Umfeld noch geschürrt werden, üben einen regelrechten Druck auf mich aus und ich vermute fast, dass eben dieser Druck mich nicht so recht entspannen lässt. Wer weiß, vielleicht sorgt er dafür, dass das Minikröhnchen vielleicht schon immer leise anklopft, den Weg aber noch nicht so richtig einschlagen will? Dieser Artikel ist nun leider etwas sehr wirr geworden, seht es mir bitte nach. Aber ich finde er beschreibt ziemlich gut, wie es zur Zeit in mir aussieht und wie ich mich fühle. Durcheinander. Wissend, dass eigentlich noch Zeit genug ist und dennoch hoffend, dass es nun doch bitte sofort losgeht. Wissend, dass meine Familie es nur gut meint und dass sie unheimlich aufgeregt sind, immerhin ist es der erste Enkel beziehungsweise Urenkel. Aber auch hoffend, dass eben ihre Erwartungen nicht eintreffen.

Nehmt es mir bitte nicht krumm, dass es daher hier etwas ruhiger ist. Würde ich aktuell häufiger bloggen, würden wohl in allen Artikeln auch meine Stimmungen mitschwingen. Seid euch aber sicher, dass es hier bald wieder etwas lebhafter wird. Ein paar Artikel, die ich für die Zeit im Wochenbett plane, habe ich schon vorbereitet. Und wenn das Minikröhnchen da ist, erfahrt ihr es natürlich auch :)

Sarah

Hallo, ich bin Sarah :)
Ich liebe es kreativ zu sein, was sich sowohl in meiner Berufswahl als auch in einem meiner liebsten Hobbies, dem Nähen, widerspiegelt. Wenn ich nicht gerade nähe oder blogge, koche ich gern oder lasse die Seele baumeln, am liebsten auf dem Pferderücken. Mein zuhause teile ich mir mit David und den beiden komischen Katzen Piri und Bohne. Seit Ende September ist nun auch das Minikröhnchen endlich bei uns und bereichert Tag für Tag unser Leben ♥

2 Replies to “Von Ungeduld und Gewissensbissen”

  1. Liebe Sarah,

    ich finde deinen Artikel gar nicht wirr und kann dich so gut verstehen! Bei uns dauert es ja noch 9 Wochen bis zum Termin und momentan halte ich das Warten noch sehr gut aus, aber ich schätze, dass man immer ungeduldiger wird, je näher Tag X rückt…

    Naja und letztendlich ist diese ganze Termin-Berechnung ja eh nicht wirklich genau und das Baby könnte nun tatsächlich jederzeit kommen, ohne dass das noch irgendwie schlimm wäre. Von daher finde ich, dass man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man da etwas ungeduldig wird ;)

    Ich wünsche dir jedenfalls dass das Baby sich bald auf den Weg macht, ihr eine schöne Geburt und einen guten Start in die gemeinsame Zukunft habt. Ich bin schon gespannt darüber zu lesen ;)

    Liebe Grüße
    Nele von Faminino.de

    1. Liebe Nele,

      ja, das mit der Ungeduld und Wildmacherei war so eine Sache. Auch und vorallem weil schon vor dem Termin ständig gefragt wurde „Und? Schon da?“

      Letzten Endes hat unser Minikröhnchen sich ja tatsächlich pünktlich auf den Weg zu uns gemacht :)

      Ich wünsche dir eine tolle Restschwangerschaft und eine tolle Geburt ohne Komplikationen :)

      Liebste Grüße
      Sarah

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