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Stillen war für mich leider nie wirklich einfach oder entspannend, wie es für viele ja durchaus ist. Viel mehr musste ich darum kämpfen stillen zu können, nahm so ziemlich alles an stillfördernden Maßnahmen an. Es gab gute Zeiten, in denen es super klappte und ich auch nicht zufüttern musste, aber eigentlich war das eher die Ausnahme. 

So atmete ich auch etwas auf, als das Minikröhnchen Brei aß. Es nahm mir etwas Druck und ich konnte alles etwas entspannter sehen. Es dauerte nicht lang und das Baby wurde nur noch abends, nachts und morgens gestillt und ich fühlte mich wohl damit. Abends und mittags gab es noch die Flasche zusätzlich und auch das Minikröhnchen schien recht zufrieden. Und nun ist es vorbei. So richtig. Stillen gibt es hier nun gar nicht mehr. Und es macht mich irgendwie sehr traurig. 

Warum also nicht wieder kämpfen? Warum so abrupt? Weil ich nicht mehr kann, es viel mehr nicht darf. Eine kleine, fiese Zecke ist der Grund. Die hat mir nämlich eine schöne Borreliose serviert und seit gestern nehme ich nun für 3 Wochen Antibiotika. Auch wenn die Ärztin meinte, dass mit großem Stillabstand nichts passiert, fühle ich mich nicht wohl dabei. Zumal auf dem Beipackzettel ein paar unschöne Nebenwirkungen fürs Baby stehen und dort von der Einnahme beim stillen abgeraten wird. Da ich es aber nehmen muss, muss ich mich nun vom Stillen verabschieden.

Jetzt erweist es sich als Segen, dass eh nicht mehr so viel Milch gebildet wurde. Ein paar Salbei-Bonbons, Pfefferminztee und abends und morgens ein bisschen ausstreichen und das Abstillen sollte binnen weniger Tage gelaufen sein. Aber irgendwie will ich es nicht. 

Ja, ich habe mich drauf gefreut wieder unabhängiger zu sein. Auch mal wieder ein Glas Sekt trinken zu können. Mal wieder ordentlich Zwiebeln und Knoblauch essen, was mir doch fehlt. Aber jetzt wo das nun alles wieder möglich ist, würde ich es eigentlich auch gern wieder her geben. Ganz egal, wie anstrengend das Stillen hier war. Es war immer unser Moment. Unser Privileg. Etwas, was nur uns gehörte. Und nun ist es plötzlich vorbei. Und diese doofe Zecke ist Schuld.

Sarah

Hallo, ich bin Sarah :)
Ich liebe es kreativ zu sein, was sich sowohl in meiner Berufswahl als auch in einem meiner liebsten Hobbies, dem Nähen, widerspiegelt. Wenn ich nicht gerade nähe oder blogge, koche ich gern oder lasse die Seele baumeln, am liebsten auf dem Pferderücken. Mein zuhause teile ich mir mit David und den beiden komischen Katzen Piri und Bohne. Seit Ende September ist nun auch das Minikröhnchen endlich bei uns und bereichert Tag für Tag unser Leben ♥

2 Replies to “Goodbye Stillzeit”

  1. Liebe Sarah,
    Ach das tut mir echt Leid :( ich hoffe, dir geht es bald wieder besser, Borreliose ist ja nicht ohne!
    Ich habe zwar selber noch keine Kinder, aber ich kann mir vorstellen, gerade wenn man gezwungen wird, abzustillen, ist es umso schwieriger, mit diesem abrupten Stopp umzugehen. Ich finde es auch gut, dass du nicht weiterstillst, mit solch heftigen Antibiotika würde ich mich wohl auch dagegen entscheiden.
    Ich wünsche dir das beste und dass du bald wieder fit bist! :)
    Alles Liebe aus (momentan) Argentinien
    Lina

    1. Liebe Lina,
      Danke für deinen lieben Kommentar, ich freue mich immer sehr von dir zu hören :) Mir geht es zum Glück super, da ich „nur“ recht schnell und heftig mit der Wanderröte reagiert habe und das Ganze so recht früh erkannt wurde. So blieben mir Fieber und andere Dinge erspart.
      Und du hast vollkommen recht, auch wenn es schwer fällt – es ist das beste.
      Du bist in Argentinien? Wie spannend!
      Ganz liebe Grüße dorthin :)
      Sarah

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