Am Mittwoch waren das Minikröhnchen und ich zum ersten Mal bei der Krabbelgruppe bei uns im Ort. Ich dachte mir, dass es nicht schaden könnte wenn er andere Kinder kennt und ich würde auch mal wieder unter Leute kommen. Eine rundum perfekte Lösung wäre also so eine Krabbelgruppe. 

Vorweg sei gesagt, dass ich so gesprächstechnisch gesehen nicht die stärkste bin. Ein bisschen soziale Inkompetenz und Schüchternheit, das ist etwas was mich in der Hinsicht gut beschreibt. Wenn ich mich direkt mit jemandem verabrede, den ich vielleicht vorher auch noch nie gesehen habe, ist das anders. Ich kenne diese Person dann schon etwas und weiß ungefähr was und wer mich erwartet. Bei einer Krabbelgruppe weiß man das natürlich nicht. Und somit zweifelte ich kurz vorher wirklich noch, ob das nun so eine gute Idee wäre.

Nützt ja nix, ich war angemeldet und wollte es nun auch versuchen. Mehr als schief gehen kann es ja nicht. Und so stand ich am Mittwoch in diesem großen Raum, vier Augenpaare schauten mich an – zwei kleine und zwei große. Eine der beiden Mütter kam direkt auf mich zu „Du bist die neue, oder? Wir hatten geschrieben glaube ich. Sarah?“ Ich war etwas erleichtert. Kein peinliches Schweigen und betretenes „Hallo…“ „Ja, genau. Sarah.“, antwortete ich. Auch die andere Mutter stellte sich vor und natürlich wurde ich auch mit den Kindern bekannt gemacht. Zwei kleine Mädchen, 11 und 13 Monate alt. Das war auch so ziemlich der Schnitt der Gruppe. Unter knapp 12 Kindern waren 3 Jungs, das Minikröhnchen war mit 7 Monaten fast der Jüngste. Alle anderen konnten schon laufen oder zumindest krabbeln und waren zwischen 10 Monaten und 2,5 Jahren alt.

Als alle da waren wurde gesungen. So ein Krabbelgruppen-Begrüßungslied. Ehrlich gesagt finde ich sowas immer ein bisschen befremdlich und könnte im Boden versinken, wenn unsere Namen im Lied an der Reihe sind. Aber gut, so ist das nunmal in Krabbelgruppen und es war ok. Danach war Zeit zum quatschen und spielen. Das Minikröhnchen lag erstmal eine Weile regungslos auf dem Bauch und beobachtete alles ganz genau. Ab und zu ein skeptischer Blick – oh ja, den beherrscht er perfekt – zu mir und langsam taute er auf. Als eines der Mädchen ihm das Spielzeug eines anderen Babys anbot, war das Eis gebrochen. Das Spielzeug habe ich natürlich dem rechtmäßigen, 5 Monate alten Eigentümer zurück gegeben, ehe das Minikröhnchen es besabbern konnte.

Und so rollte das Baby sich vorsichtig durch die Gegend. Zur Nachbarsmutti, die vorsichtig am Arm berührt wurde. Zum Bällebad, aus dem heimlich ein Ball stibitzt wurde. Und immer hatte er interessiert die anderen Kinder im Blick. Irgendwann begann er vor sich hin zu quietschen und war vollkommen entspannt. Ich glaube, dass es ihm tatsächlich gefallen hat. Nur zum Schluss, als er etwas müde wurde, wollte er bei mir auf dem Schoß sein und von dort aus beobachten. 

Und ich? Ich saß erst etwas verbissen auf meinem Kissen und versuchte mich irgendwie in Gespräche der Nachbarsmuttis einzubringen. Aber die Themen waren nun doch schon etwas komplexer, man kannte sich bereits. Ein bisschen erzählte ich mit der Mama vom 5 Monate alten E., bis sie sich einen Kaffee holte und nicht mehr zurück kam. Ziemlich gegenüber von mir saß eine Mutti, die ebenfalls neu war. Ich lächelte ihr schüchtern zu und sie schien meine Not zu erkennen und kam zu mir. Mit einem Satz wie „Und du bist auch neu?“ kamen wir ins Gespräch und es war sehr nett. Ihre Tochter ist ein Jahr alt, sie ist 23 und wir verstanden uns direkt super. Es stellte sich heraus, dass sie direkt um die Ecke wohnt und wir uns auch schon oft begegnet sind. Sie hatte mich an dem Krokodil-Kinderwagen erkannt :D 

Zum Abschied gab es natürlich wieder ein Lied, wir räumten alles auf und gemeinsam mit der ebenfalls Neu-Mutti trat ich den Heimweg an. Wir tauschten die Nummern und verabredeten uns für den nächsten Krabbelgruppen-Termin in zwei Wochen. Und auch so könnte man ja mal zusammen spazieren gehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut das tat. Nicht einfach nur mal raus zu kommen, sondern auch mal wieder Leute kennenzulernen. Sich auszutauschen. Auch mal ein bisschen jammern und ein offenes Ohr zu haben für andere. Es war toll. Und ich freue mich schon aufs nächste Mal :)