Auch in dieser Woche fand wieder ein Geburtsvorbereitungskurs mit Partnern statt, dieses Mal zum Thema „Säuglingspflege und Wochenbett“. Ein Thema auf das ich mich sehr gefreut hatte, da ich in Sachen Säuglingspflege bisher so gut wie gar keine Erfahrungen habe. Ich kann nichtmal behaupten, jemals ein Neugeborenes oder Baby, das älter als 3 Monate war, gehalten zu haben. David war mir da wohl ein Stück voraus, weshalb ich natürlich umso interessierter an diesem Thema war :D

Alles verändert sich

Nicht nur für uns als werdende Eltern ändert sich nach der Geburt alles. Auch und vorallem für das Baby wird plötzlich alles anders sein. Das klingt vollkommen logisch, wurde mir aber in der letzten Kursstunde erst so richtig bewusst. Gruppenweise sollten wir uns überlegen, wie das Leben des Babys jetzt ist und wie es sich nach der Geburt ändert. Relativ schnell wurde klar, dass das arme Ding ja teilweise gar nicht anders kann als auch mal zu schreien. Plötzlich ist es lauter, dafür fehlt der beruhigende Herzschlag der Mutter, der sonst immer da war. Es ist hell, wo es doch vorher gemütlich schummerig war. Da sind so viele Eindrücke, so viel Neues. Das muss so ein armes Baby erstmal verkraften.

Daher sagt die Hebamme, dass man so viele Konstanten wie möglich schaffen soll. Das Baby tragen, es gerne mal mit nackten Beinchen in einem Pucksack strampeln lassen, es zur Beruhigung auf den Oberkörper legen, damit es den Herzschlag hört. Und vor allem: Bevor man mit Medikamenten oder Globuli anrückt, da „das Kind ja nur Bauchschmerzen haben kann, wenn es so schreit“, vorerst versuchen über körperliche Nähe das weinende Baby zu beruhigen. Viel zu oft hat sie schon erlebt, dass die frischgebackenen Großmütter felsenfest davon überzeugt waren, dass das ja jetzt nur Bauchschmerzen sein könnten und sofort die Hausapotheke aufgestockt wurde. Das imponierte ordentlich dem Portmoinee, aber dem Baby absolut nicht.

Was braucht man, was braucht man nicht?

Die Hebamme, die den Kurs leitet ist scheinbar ein Listenfan. Ich liebe Listen! Also gab es in dieser Stunde von ihr eine Liste mit Anschaffungen, die man machen sollte und die praktisch sind. Es wurden aber auch Dinge genannt, die man nicht unbedingt braucht oder die total unnötig sind. Hier also das Best Of Grundausstattung für den Anfang unserer Kurs-Hebamme:

  • 6-8 Strampler
  • 6-8 Hemdchen/Bodys
  • 6-8 Jäckchen/Pullover
  • 2 Paar Wollsocken
  • 1 Jacke
  • 1 warmer Overall (je nach Jahreszeit)
  • 2 dünne Baumwollmützen
  • 1 warme Wollmütze
  • Stubenwagen/Bett/Babybay
  • feste Matratze
  • Liegelind
  • 2-3 Schlafsäcke
  • Kuscheldecke
  • Warme Decke für den Kinderwagen
  • Spieluhr
  • Spucktücher
  • 2 Pakete Windeln Größe 1 (2-5 Kilo)
  • Fieberthermometer (klassisch für den Po, weil am genausten)
  • Fettcreme
  • Wundcreme
  • Autositz
  • Kinderwagen

Dinge, die zwar praktisch sind aber nicht unbedingt sein müssen, sind ihrer Meinung nach diese:

  • Wärmelampe
  • Baby-Badewanne (hier tut es auch eine Wäschewanne, das Waschbecken oder ein Eimer)
  • Hightech-Windeleimer
  • Milchpumpe (kann bei Bedarf besorgt werden)
  • Tragetuch/Ergobaby/Manduca

Ich muss gestehen, dass wir klamottentechnisch teilweise etwas mehr haben^^ Aber gut, dafür bin ich bisher im Drogeriemarkt brav an allen möglichen Babypflegeprodukten vorbei gegangen. Und das obwohl das alles so süß ist und ja nunmal auch überall Baby drauf steht, da kann man ja schon fast nicht anders als das Regal auszuräumen! Das einzige, was ich an Pflegeprodukten fürs Baby habe sind Proben von Firmen oder aus Geschenken. Ja, da bin ich doch sehr stolz drauf :D Und eine Packung Feuchttücher, die habe ich selbst besorgt. Aber das ist vertretbar denke ich^^

Der Umgang mit dem Baby

Vor uns auf den Kursmatten lagen jeweils eine Puppe, eine Windel und ein Set Kleidung bestehend aus Body, Jäckchen und Strampler. Die Hebamme führte einmal vor, wie man das Baby am besten anfasst zum Wickeln und wie man es dreht, um zum Beispiel ein Jäckchen hinten zu schließen. Das alles sah so einfach aus. Und auch mit der Puppe klappte es ganz einfach. Aber ich befürchte, dass wenn dann tatsächlich unser Baby vor mir liegt ich alle Griffe wieder vergessen habe und nicht genau weiß, was ich tun soll. Hat man vielleicht Angst, etwas „kaputt“ zu machen? Oder ist man so vollkommen euphorisch und neben der Spur, nun das erste Mal sein Baby zu wickeln und ihm etwas hübsches anzuziehen, dass der Kopf leer ist? Wenn ja, bei mir könnte durchaus beides der Fall sein.

Zum Glück bin ich noch ein paar Tage im Krankenhaus, wo sicher auch Hebammen und Schwestern Hilfe geben können. So ein Satz von mir, dass ich mich auf Tage im Krankenhaus freue. Ich hasse Krankenhäuser! Allein schon dieser Geruch macht mich schier wahnsinnig. Als ich klein war, besuchten wir mal meinen Opa im Krankenhaus. Ich fand es so ekelerregend dort, dass ich mich sogar übergeben musste. Also nein, Krankenhäuser finde ich eigentlich total doof. Aber auf diese paar Tage nach der Geburt, darauf freue ich mich. Dass ich nicht direkt ins kalte Wasser geschmissen werde und nicht nach der Entbindung gesagt wird „Hier, bitte, Ihr Kind. Viel Spaß damit!“ Ich denke, diese Tage werden mir gut tun erstmal anzukommen und zu realisieren, was genau passiert ist.

Die Hebamme zeigte uns auch, wie man das Baby dann am besten hochnimmt und trägt. An der Schulter, in der Armbeuge, im Fliegergriff. David machte mit unserer Puppe alles nach. Ich saß daneben und dachte mir „Ähm. Wie nochmal?“ Irgendwie hat es dann aber doch funktioniert und die Puppe hat’s überlebt. Wird bei unserem richtigen Baby dann wohl auch so sein. David meinte, dass man sich so genau gar nicht drauf konzentrieren muss wie und wo nun welche Hand welches Bein greift oder wie das Baby gedreht wird, solang der Kopf gestützt wird. Gut, ich vertraue ihm da mal aufgrund seiner Erfahrungen.

Endlich zuhause

Noch mehr als auf die Zeit im Krankenhaus freue ich mich natürlich auf die Zeit zuhause, als richtige Familie. Auch für diese ersten Tage hat die Hebamme wieder eine Liste erstellt, damit das Wochenbett nicht zur absoluten Katastrophe wird. Dinge, die sie für die ersten Tage wichtig findet sind:

  • Urlaub für den Partner oder eine andere Person als Unterstützung einreichen
  • Frühzeitig Kontakt zur Nachsorgehebamme aufnehmen
  • Vorratsschränke im Voraus auffüllen
  • Unterstützung holen, wo immer es benötigt wird (Haushaltshilfe, Pizzabote…)
  • Umfeld bitten, keine unangemeldeten Besuche zu machen
  • Allgemein Besuch nicht ständig ein- und ausgehen lassen
  • Eine Auszeit am Tag (kein Telefon, Klingel ausstellen…)
  • jede Gelegenheit zum Ausruhen und Schlafen nutzen
  • viel trinken und gut essen

Ganz wichtig fand die Hebamme den Punkt, dass das Wochenbett nunmal ein Ausnahmezustand ist. Da muss es nicht unbedingt wie geleckt aussehen überall. Ja. Nein. Ich glaube, das wird mir etwas schwer fallen. Sobald der erste Besuch gemeldet ist, werde ich wohl panisch, weil nicht gesaugt/abgewaschen/aufgeräumt ist. Aber die Hebamme nahm dafür die Männer in die Pflicht, die uns Frauen dann so gut es eben geht unterstützen sollen. Mal schauen, wie das wird :D Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf, dass David mich mit leckerem Essen verwöhnen wird. Eierkuchen, Gulasch, Eintopf, Flammkuchen – Herbstküche! Ich liebe den Herbst und sehne mich schon den kühleren Temperaturen entgegen, wenn wir mit dem Minikröhnchen träumerisch durch den Wald spazieren gehen können. Das alles wird bestimmt ganz wundervoll, auch wenn ich sicher noch sehr blauäuigig als Erst-Mama an die Sache heran gehe. Aber dennoch zweifle ich kein Stück daran, dass trotz langer oder nicht vorhandener Nächte und etwaigen Schreianfällen, dieses Baby unser Leben wundervoll machen wird. Es wird uns vollständig machen, so wie es eben sein muss ♥