Im dritten Monat konfrontierte mein Körper mich nun vollends mit den berühmten Gelüsten auf spezielle oder ungewöhnliche Essenskombinationen. Was ich vorher noch als Einbildung à la „Das machen die meisten doch nur, weil sie wissen, dass es in einer Schwangerschaf eben so ist“ abtat, wurde nun peinliche Wahrheit. Aber fangen wir von vorne an, mit allen Hochs und Tiefs, die ich im dritten Monat so hatte. Und ich schwöre, das waren einige.

9. SSW

Die 9. Woche startete mit Heißhunger auf Käse. Ich hätte mich den ganzen Tag von Käse ernähren können, in allen Varianten. Der kleine Zwischensnack auf Arbeit bestehend aus Cherrytomaten und Käsewürfeln war das absolute Highlight des Tages! Abends ging eigentlich auch kaum etwas ohne mindestens ein paar Käsewürfelchen hinzuzufügen. Somit kaufte ich Unmengen von Butterkäse, Gouda, Emmenthaler & Co. Und prompt war der Vorrat ins Unermessliche gestiegen (ich hätte sonst quasi täglich neuen kaufen müssen) war der Heißhunger weg. Käse? Ja, geht schon. Aber andere Dinge hatten nun Vorrang. Kartoffeln zum Beispiel. Gebacken, gekocht, gebraten oder in Pommes-Form. Ich habe es geliebt. Ende der 9. Woche, ich aß gerade genüßlich einen Schoko-Joghurt-Riegel, bemerkte ich, dass irgendetwas nicht stimmte. Ein Stück Zahn, ein winzig kleines, war einfach so abgebrochen. Super. Ich hatte von sowas ja bereits gehört, dass die Zähne in der Schwangerschaft besondere Pflege brauchen und man auch hier durch die Ernährung unterstützen sollte. War das nun die Sünde für den Schokoriegel? Am Nachmittag machte ich direkt einen Termin beim Zahnarzt, am Montag sollte ich gleich morgens um 8 da sein. Ich hasse Zahnarztbesuche, auch wenn mein Zahnarzt wirklich gut ist und super auf meine Angst vor Bohrern & Co eingeht. Ich mag es einfach nicht, zum Zahnarzt zu gehen. Somit war ich ab Donnerstagnachmittag mit diesem Hintergedanken unterwegs, dass ja am Montag sicher gebohrt werden müsste. Pfui.

Am Sonntag nahm ich mir die Zeit dem Ponylein einen Besuch abzustatten, es nieselte zwar und später entwickelte sich der Niesel zu Regen, aber ich war es ihm einfach schuldig. Durch den Umzug in den neuen Stall, wo am Reitplatz leider kein Licht mehr war, war er in letzter Zeit etwas kurz gekommen. Somit schnappte ich mir Cracky trotz Niesel und gönnte ihm einmal das große Pony-Putz-Programm, sofern das bei dem Wetter eben möglich war. Auf dem Platz longierte ich ihn ein paar Runden, er sollte wieder etwas für den Frühling fit gemacht werden. Seit fast 2 Monaten war ich ihn nun eben wegen Licht- und Wetterverhältnissen nicht geritten, es kribbelte schon mächtig in den Fingern. Nach ein paar Runden bemerkte ich nebenbei ein leichtes Ziehen und Stechen im Unterleib, machte mir aber keine großen Sorgen. Immerhin wuchs da jemand fleißig vor sich hin und so langsam machte sich das eben auch bemerkbar. Als es richtig zu regnen anfing und Cracky absolut keine Lust mehr hatte, erlöste ich ihn und fuhr wieder nach Hause, wo ich mich direkt aufs Sofa fletzte. Nach ein paar Stunden, bezeifelte ich, dass das mit dem Ziehen und Stechen so normal war, denn es hatte sich etwas Blut dazu gesellt. Verdammt. Ich war so kurz vorm Ende der kritischen Phase. Und jetzt sowas. Ich versprach David, am nächsten Morgen damit zum Arzt zu gehen, auf Arbeit wüsste man ja eh Bescheid, dass ich wegen dem Zahnarzt etwas später käme. Das würde nun also auch nichts mehr ausmachen.

10. SSW

Mit dem gefürchteten Montag startete auch die 10. Woche, der ich nun eher skeptisch entgegen sah. Der Zahnarzttermin verlief absolut harmlos. Bohren musste er nicht, es reichte die Stelle so auszubessern. Wir unterhielten uns noch ein bisschen über die Zahnpflege in der Schwangerschaft, worauf ich achten sollte und dass ich mich nicht bei Zahnfleischbluten erschrecken sollte, das war normal. Dann machte ich mich auf zum Frauenarzt, wo ich schon begeistert war, dass der Prakplatz absolut leer war. Es würde also schnell gehen, sehr gut! An der Rezeption aber die herbe Entäuschung, der Arzt war nicht da. Seine Frau erwartete das 6. Kind und er würde für drei Wochen ausfallen. Ich holte mir die Telefonnummern der Vertretungen und eine Stunde später machte ich mich zu einer der beiden Praxen auf den Weg. Ich hatte keine Ahnung, wie lang das dort dauern würde und hatte kurzfristig einen Tag Urlaub auf Arbeit eingereicht, das war bei uns zum Glück sehr unkompliziert. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ich endlich ran, schilderte der Ärztin mein Problem woraufhin sie mich untersuchte. Ich hatte wirklich Angst vor dem Schallen, denn irgendwie befürchtete ich, dass dort kein Herz mehr schlagen würde. Und dann – Herzschlag! Es war alles gut. Der Winzling entwickelte sich genau so, wie er es sollte. Alles war gut und ich brauchte mir um ihn vorerst keine Sorgen zu machen. Da ich eine Rhesus-Negativ Blutgruppe habe, bekam ich hier rein prophylaktisch eine Spritze, damit ich keine Antikörper gegen die Blutgruppe vom Baby bekommen würde. Sie würde mich gern 2 Wochen zuhause lassen. Schonen, viel liegen und vorallem kein Stress. Wenn es mir gut ging, könnte ich ein bisschen spazieren gehen oder leichte Hausarbeiten machen. Ähm, zwei Wochen. Das war ganz schön lang. Wir einigten uns dann schlussendlich so, dass ich in einer Woche nochmal vorbei schauen sollte, bis dahin war ich krankgeschrieben. Das war ein Kompromiss. Und bis dahin würden die Blutungen sicher aufhören. Dachte ich. Den Rest der Woche verbrachte ich also vollkommen unspektakulär auf dem Sofa und im Bett. Ich war wirklich panisch, sobald ich auch nur ein leichtes Ziehen spürte wenn ich mal auf den Beinen war und legte mich dann sofort wieder hin. Ein 15-minütiger Einkauf war schon ein absolutes Risiko-Erlebnis für mich. Im Allgemeinen war ich richtig mies drauf. Mir wir quasi ständig nach heulen zu mute, selbst wenn ich nur süße Hundewelpen im Fernsehen sah. Oder diese neue Cola-Werbung, ich hätte heulen können. Zu allem Übel kamen Ende der Woche dann die ersten Schwangerschaftsstreifen. An den Hüften hatte ich ja schon seit der Pubertät einige, aber nun kamen die ersten, die ihren Namen redlich verdient hatten. Ich war am Boden zerstört! Somit kaufte ich am Wochenende, als meine Cousine mich besuchte und ein Gute-Laune-Programm mit Pizza & Schnulzenfilmen vorbereitet hatte, ein Pflegeöl von babydream aus der Für-Mama-Serie. Bisher bin ich absolut zufrieden, die Streifen sind natürlich nicht verschwunden, aber sie haben sich auch nicht vermehrt.

11. SSW

Am Montag und somit in der 11. SSW stand nun also die nächste Untersuchung bei der Ärztin an und so optimistisch ich auch noch eine Woche vorher gewesen war, dass ich ab Dienstag wieder arbeiten könnte, hatte sich dieser Optimismus nun eingestellt. Die Blutungen waren nach wie vor da. Und ich wusste, dass sie hier nicht mit mir diskutieren würde. Genau so kam es dann auch, ich sollte mich weiterhin schonen und Stress vermeiden. Eine Krankschreibung bis zum nächsten Vorsorgetermin bei meinem eigentlichen Arzt in der nächsten Woche folgte. Aber immerhin war mit dem Baby alles gut. Ich war total fasziniert, wie schnell sich dieses kleine Wesen in nur einer Woche entwickelt hat. Fast einen Zentimeter gewachsen! Und während in der vorherigen Woche die Arme noch wie kleine T-Rex-Stümmelchen aussahen, erkannte man nun sogar schon wo später einmal Ellenbogen, Hände und Co. sein sollte. Ich war absolut verliebt in unser Baby. Von Anfang an – aber nun erkannte man schon, dass es später mal ein Menschlein werden sollte. Vorher hätte es genauso ein Alien werden können. Zuhause angekommen, war das Sofa wieder mein bester Feund. Auch David kam am Nachmittag nach Hause, er hatte eine dicke Mandelentzündung mit Fieber und allem drum und dran. Er verabschiedete sich also schon um 18 Uhr ins Bett, während ich mein Schlaflager im Wohnzimmer bezog. Krank werden wollte ich absolut nicht. Es war wieder eine abolute Gammel-Woche. Wir gingen ein, zwei Mal zusammen einkaufen und verbrachten die Tage ansonsten eingebunkert in der Wohnung. Das Wetter war auch nicht so prickelnd, dass man unbedingt raus gehen wollte. Bei mir meldete sich nun langsam auch die Übelkeit wieder zurück, juhu! Hinzu kam eine extreme Launenhaftigkeit, was David manchmal fast in den Wahnsinn trieb. Ansonsten plätscherte die 11. SSW so vor sich hin.

12. SSW

12. SSW! Fast geschafft, die heiße Phase! Und danach konnte ich auch endlich offiziell schwanger sein. Wo hingegen manche versuchen, so etwas so lang wie möglich für sich zu behalten, hätte ich mir am liebsten ein Schild um den Hals gehangen. Ich war so unheimlich glücklich und stolz, schwanger zu sein. Auch wenn die Umstände aktuell natürlich nicht ganz so prickelnd waren und auch vorher nicht alles rosarot und mit Glitzer bestreut war, war ich sehr glücklich und voller Vorfreude, wenn ich mich daran erinnerte dass ich schwanger war. Ja, auch jetzt muss ich mir das manchmal noch ins Gedächtnis rufen. Es ist so unglaublich, man kann es sich irgendwie nicht so recht vorstellen, dass dort tatsächlich ein Menschlein wächst. So ein kleines Wunder. Daran konnten auch meine hämmernden Kopfschmerzen und das Ziehen und Stechen im Unterleib nichts ändern. Bei unserem Einkauf am Montag ließ ich mich etwas vom Hunger leiten. Gewürzgurken, die hab ich ja schon ewig nicht gegessen! Milchbrötchen, die sind ja auch echt lecker! Somit landeten zum Mittag Gewürzgurken und Milchbrötchen auf dem Teller. Absolutes Klischee. Aber es war gut :D

Am Mittwoch hatte ich meinen Vorsorgetermin beim Arzt, der mir noch einmal ganz ruhig erklärte, woher die Blutungen kommen könnten. Ich sollte mir keine Sorgen machen, das wäre bei vielen Schwangeren so. Habe ich schon erwähnt, dass dieser Arzt es absolut versteht panische Jung-Mutterschiffe zu beruhigen? Beim Ultraschall war David dabei, was für mich und ihn sehr wichtig war., seine Mandelentzündung hatte sich inzwischen zu einer Erkältung entwickelt. Und dann war er da, dieser absolut beruhigende Herzschlag, der mich wissen ließ dass alles in Ordnung war. Der Arzt sah ihn, ich sah ihn – David ging es zu schnell. Praktischerweise drehte sich das Baby genau so hin, dass der Arzt problemlos messen konnte. Für euch gibt es natürlich auch einen kleinen Eindruck vom Mini-Kröhnchen in der Alien-Version. Das kleine Wesen wurde mit 5,2 cm gemessen (zwei Wochen vorher waren es nur 2,5 cm!) und ließ sogar schon leicht das Geschlecht erahnen. Mein Bauchgefühl, dass es ein Mädchen wird hat sich etwas bestätigt, auch wenn eine genaue Aussage noch nicht zu treffen ist. Ich lasse mich überraschen, was im Mai dabei heraus kommt :) (Auch wenn ich mir absolut sicher bin, dass es ein Mädchen wird :D)

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Das kleine Streberkind wollte schon 4 Tage weiter entwickelt sein, weshalb der Arzt den Entbindungstermin korrigierte. Dadurch war ich schon am Donnerstag offiziell im 2. Trimester. Wuuhuu! Wir bekamen zwei Bilder von dem kleinen Alien und der Arzt erkundigte sich noch einmal, wie es derzeit mit den Blutungen war. Ganz zufrieden war er allerdings noch nicht, weshalb er mich weitere 2 Wochen zuhause lassen wollte. Mindestens eine Woche ohne Blutung, wenn das nach den 2 Wochen nicht der Fall wäre sollte ich noch einmal zu ihm kommen. Bei den Schwestern vereinbarte ich zwei neue Termine für die nächste Untersuchung bei der Hebamme und für den nächsten Ultraschall – dann verließ ich teils überglücklich, dass alles gut war und teils mit schlechtem Gewissen wegen der Arbeit die Praxis.

Nun natürlich noch eine kleine Ansammlung an Bauchfotos. Soooo viel mehr ist da nicht passiert, abgesehen davon, dass es unten etwas „runder“ wurde. Von einer richtigen Form, die man eindeutig als schwanger erkennen würde kann man zwar noch nicht sprechen, aber gut. Das kommt schon noch :D Da ich mich in der 12. Woche zu einem neuen Bauchfoto-Stil entschlossen habe, was ich nun in der Übersicht bitter bereue, wirkt das letzte Foto wieder total monströs. Aber gut, lässt sich nun leider nicht mehr ändern^^

 

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Die Grafiken aus dem Titelbild stammen übrigens von www.flaticon.com, gestellt von Freepik und gibt es dort unter der Creative Commons BY 3 Lizenz