10 Monate. 10 Monate! Ich kann es kaum fassen, wie sehr die Zeit fliegt. Vor einem Jahr genoss ich schon meinen Resturlaub vor dem Mutterschutz, war vollkommen im Babyfieber und konnte es kaum erwarten, das Minikröhnchen endlich bei mir zu haben. Die restlichen zwei Monate fühlten sich wie eine Ewigkeit an. Und jetzt? Jetzt möchte ich die Zeit anhalten. Ich möchte nicht, dass dieses Jahr schon vorbei ist. Ich freue mich drauf, wieder arbeiten zu gehen, ohne Frage. Aber dennoch fühlt es sich gleichzeitig so falsch an, mein Baby schon in die Krippe zu geben. Irgendwie hatte ich mir das alles einfacher vorgestellt. Und nun könnte ich heulen, wenn ich nur daran denke bald nicht mehr den ganzen Tag mit ihm zu verbringen. In nicht mal einem Monat beginnt die Eingewöhnung und es fühlt sich einfach nicht richtig an. 

Aber es ist so. Ich kann es leider nicht mehr ändern, so gern ich es auch würde. Im Nachhinein ist die Entscheidung für nur ein Jahr Elternzeit absolut die falsche gewesen. Finanziell wäre es nicht einfach geworden, aber wir hätten es irgendwie geschafft. Hätte ich mal auf die geläufige Meinung dazu von der Gesellschaft und auch meine eigene Naivität was das angeht gepfiffen. Aber gut. Das ist jetzt nicht Thema dieses Posts, vielleicht gibt es dazu an anderer Stelle mal was. Nun gibt es erstmal ein paar Worte zum Minikröhnchen, das nun langsam gar nicht mehr so Mini ist.

Er möchte nicht mehr liegen. So gar nicht mehr. Überall zieht er sich hoch, läuft am Tisch, am Sofa und am Sideboard entlang. Fordernd hält er uns nacheinander die kleinen Speckhände entgegen, will am liebsten den ganzen Tag durch die Wohnung laufen und liebt es, dabei auch mal ordentlich Gas zu geben. Pause? Ganz doof. Das endet dann oft auch mal in nem ordentlichen Trotzanfall. Die stehen allgemein hoch im Kurs zur Zeit. Wegen den kleinsten Banalitäten rastet das Baby regelmäßig aus. Am liebsten natürlich, wenn man mal kurz den Raum verlässt oder nicht pronto die Hände als Laufhilfe zur Verfügung stellt. 

Ein anderes Thema für Bockanfälle ist Essen. Nicht etwa, weil er nicht essen will. Neeeein,  sondern weil er essen will. Und natürlich nicht nur seine schnöden Hirsekringel oder Bananen. Nö. Seit unserem letzten Kurzurlaub bei den Großeltern geiert das Baby nach Keksen, Eis und Co. Denn wie das mit Großeltern eben so ist, durfte das Minikröhnchen ordentlich probieren. Und ich habe es zugelassen, obwohl ich ihm im ersten Jahr solche Dinge nicht geben wollte. Aber ich hatte einfach die Nase voll, mich ständig dafür rechtfertigen zu müssen und nen Bio-Mutti-Stempel zu bekommen. Und nun? Haben wir die Quittung mit dem Bockkröhnchen. 

Im Allgemeinen findet das Baby Essen nun richtig spannend. Er hat begriffen, dass er Essen schon etwas zerkleinern kann und spuckt nicht mehr alles, was nicht bis aufs Letzte püriert ist aus. Dafür muss er nun lernen, dass der Mundraum Grenzen hat und er nicht 2 Bananenscheiben und 3 Weintraubenhälften gleichzeitig essen kann :D Er liebt Weintrauben, Pfirsiche und Käse. Er probiert alles, was wir auch essen sofern es vom Würzen her vertretbar ist. Natürlich will er alles auch mit den Händen erkunden was er isst und das soll er auch. Die Küche sieht danach zwar aus wie ein Schlachtfeld, aber er findet es unheimlich interessant, lernt verschiedene Konsistenzen kennen und die Katzen freuen sich, wenn mal etwas für sie abfällt :D 

Apropos Katze, der Ansatz mit „Tze“ und „Hatze“ ist verschwunden. Den hat er quasi über Nacht gelöscht. Dafür gibt es nun „Atatatata“ „Haaaaaita!“ und wenn er einen Trotzanfall hat kommen sogar schon „Baaabaaa!“ oder auch „Tatatatatataaaa!“ zum Vorschein. Von „Mama“ und „Papa“ bisher allerdings noch keine Spur. Aber er hat ja allgemein recht spät überhaupt mit dem Brabbeln angefangen, von daher passt das schon :) 

In Sachen Krabbeln hat sich auch nicht so großartig viel getan. Nach wie vor wird wie ein Soldat auf den Unterarmen durch die Gegend gerobbt. Wobei in den letzten Tagen auch oft mal im Vierfüßler gestanden wurde, aber mehr als zwei, drei Sätze auf den Händen waren nicht drin. Dafür setzt er sich nun von allein hin, nach dem Hochziehen auch mal auf die Knie und sitzt auch so schon erstaunlich sicher. Ich bin so unheimlich stolz auf ihn, wie er sich in den letzten Wochen entwickelt hat. Und gleichzeitig ist es beängstigend, wie schnell das geht. 

Egal wie anstrengend seine Trotzanfälle momentan sind. Egal wie sehr uns der aktuelle Schub momentan beutelt. Ich liebe diesen kleinen Menschen mehr als alles andere, ich würde alles für ihn geben. Es sind diese kleinen Momente, die jeden Trotz- und Bockanfall entschädigen. Das „Jajajajaja“, morgens aus dem Babyphone. Das Strahlen, wenn er die Katzen entdeckt und aufgeregt meinen Blick sucht, damit er mich mit einem „Huuu!“ drauf aufmerksam machen kann. Sein Lachen, wenn man ihn kitzelt oder „auffrisst“, das so unglaublich ansteckend ist. Diese Momente, in denen das Minikröhnchen auf mir schläft, was er so lang nicht mehr gemacht hat und nicht mehr wollte. Ich genieße es, das alles mit ihm zu erleben. Seine Begeisterung, seine Neugier. Egal wie anstrengend es manchmal ist, egal wie müde ich abends bin. Um keinen Preis will ich das tauschen.

Baby-Facts

Gewicht: ca. 8,2 kg
Größe: ca. 70 cm
Das kann das Minikröhnchen schon: sich hochziehen, an zwei Händen gehalten laufen, an Gegenständen entlang laufen, winken
Das lernt das Minikröhnchen zur Zeit: krabbeln