So, nun wird es aber langsam mal Zeit für den Geburtsbericht vom Pixikröhnchen! Immerhin ist das nun schon fast 3,5 Monate her 😱 Kurz gesagt, es war eine wunderbare Geburt, so ganz anders als beim Mini! Mit ihm quälte ich mich ja an die 20 Stunden mit fiesen Wehen, Pixi war da deutlich netter. Aber von vorn :)

9 Uhr – Termin im Krankenhaus

Ich hatte für den 06. März einen Termin zur Einleitung per Wehencocktail im Krankenhaus vereinbart. Hin musste ich nun eh täglich zur Vorsorge, da ich 8 Tage über dem Termin war und ich wollte eine Einleitung per Tablette oder ähnlichem vermeiden. Wir kamen um 9 Uhr dort an, mussten eine Ewigkeit auf den Ultraschall warten ehe es dann zur Besprechung wieder in den Kreißsaal ging.

Hier hakte ich nochmal genau nach, was im Cocktail enthalten war und womit ich rechnen musste. Die Ärztin beruhigte mich, da ihr Rezept sehr sanft war und im schlimmsten Fall einfach gar nichts passiert und ich nach acht Stunden wieder nach Hause fahre. Denn nach dem Cocktail musste ich zur Überwachung hier bleiben und alle zwei Stunden zum CTG kommen.

Die diensthabende Hebamme war übrigens genau die gleiche, die uns auch beim Mini nachts empfing und ich freute mich sehr darüber!

11 Uhr – Prost!

Um 11 Uhr gab es den Cocktail, den ich übrigens alkoholfrei wählte. 10 Monate auf Alkohol verzichten und jetzt soll es OK sein? Nein, irgendwie fand ich es ohne richtig. Er schmeckte gar nicht mal schlecht, wie ein Pfirsichsaft im Prinzip. Am Rizinusöl störte ich mich gar nicht.

Innerhalb von 15 Minuten sollte ich nun schluckweise den Cocktail leeren, das war nun echt kein Hindernis. Als das geschafft war, durfte ich zwei Stunden spazieren gehen. Das Gelände sollte ich allerdings nicht verlassen.

Da gerade Mittagszeit war, gingen wir in die Cafeteria und holten uns etwas zu essen. Ich weiß gar nicht mehr was ich hatte, weiß aber wohl noch, dass ich es nicht schaffte. Ich hatte insbesondere im Sitzen Wehen, das ja aber schon seit Tagen und auch nicht schmerzhaft. Also nahm ich das ganze nicht allzu ernst.

13 Uhr – „Wir warten mal ab.“

Nach zwei Stunden ging es zum CTG, ich spürte nach wie vor nicht mehr als vorher. Auch das CTG war recht unspektakulär. Wehen ja, aber weder stark noch allzu regelmäßig. Unsere Hebamme sagte, dass sie uns wohl in zwei Stunden nach Hause schicken würde, wenn wir das wollen und nichts weiter passiert. Bei Erstgebärenden sei das wohl häufig so.

„Das ist das zweite Kind“, wandte ich ein und sie änderte ihre Meinung. „Wir warten mal ab, beim zweiten Kind kann das nun tatsächlich fix gehen!“ Ich stützte mich noch nicht allzu sehr auf diese Aussage, immerhin spürte ich nicht mehr als die letzten 4 Tage.

Wieder wurden wir los geschickt, spazieren gehen soll helfen und mir wurde noch eine Übung gezeigt, die ich während einer Wehe machen sollte wenn ich konnte. Kein Problem, während der Wehen ging es mir super und ich hätte gefühlt während einer Wehe noch Bäume ausreißen können. Noch…

Ich watschelte also los, im Entengang immer ums Krankenhaus herum. David fuhr derweil nach Hause um sein Auto aus der Werkstatt zu holen. Praktischerweise waren unsere beiden Autos genau jetzt kaputt und wir mussten morgens das Auto der Schwiegereltern nehmen. Die bräuchten ihres aber abends um nach Hause zu fahren.

Nach 1,5 Stunden watscheln machte ich Pause, holte mir etwas zu trinken und zwei Schokoriegel und setzte mich in die Eingangshalle. Und während ich so da saß, spürte ich wie die Wehen langsam stärker wurden. Nicht schmerzhaft, aber stärker. Ein Hoffnungsschimmer!

16.00 Uhr – „Das sieht gut aus!“

Pünktlich zum nächsten CTG war David zurück. Ich würde angekabelt und siehe da, Wehen! Regelmäßig! Und jede einzelne definitiv zu spüren! Im Liegen nun immer mehr, da war es schon fast unangenehm. „Sieht schon gut aus“, sagte die Hebamme und schickte mich abermals davon. Spazieren gehen und so.

David und ich spazierten also weiter, zum Auto zum Beispiel um meine Tasche zu holen. Die könnte ich ja vorsorgehalber schon mal ins Zimmer bringen, das mir nun zugewiesen wurde. Inzwischen hatten die Wehen gut Fahrt aufgenommen und ich musste mich zeitweise irgendwo festhalten, und wenn es David war.

Die Runden ums Krankenhaus dauerten immer länger und nach zwei Runden hatte ich keine Lust mehr. Ich wollte in den Kreißsaal, sofort!

18.30 Uhr – „Ohne Kind gehst du nicht nach Hause“

Es war Zeit fürs nächste CTG, ich war dankbar. Innerhalb weniger Stunden waren die Wehen heftig geworden und an ein CTG im Liegen war nicht zu denken. Ich wippte und brummte während der Wehen vor mich hin und das CTG zeigte ordentliche, regelmäßige Wehen.

Die Hebamme freute sich und war sich nun recht sicher, dass ich ohne Kind nicht nach Hause gehen würde. Es war kurz vor Schichtwechsel und nun war eine weitere Hebamme da, die mich für den Rest des Abends begleiten sollte. Genau die, die zwei Tage vorher meine Vorsorge machte. Also auch ein bekanntes Gesicht 😊 Die Hebamme schaute nach dem Muttermund, der schon bei 3-4 cm lag und ich war absolut begeistert.

Ich sagte, dass ich gern in die Badewanne gehen würde, das hatte mir beim Mini sehr geholfen zu dem Zeitpunkt. Denn in meiner Vorstellung würde ich sicher noch 10 Stunden zu tun haben und mehr als genug Zeit haben um zu baden. Da eine knappe halbe Stunde später hier allerdings eine Horde werdender Eltern durch den Kreißsaal spazieren würde und es mir noch gut ging, vertagten wir das um eine Stunde.

Ich ging also mit David ins Zimmer, wo ein Tablett mit dem Abendbrot auf dem Tisch stand. Ich hatte Hunger und aß zwischen den Wehen Graubrot, was ca. eine halbe Stunde beanspruchte. Ständig sah ich auf die Uhr, ich wollte nun endlich in den Kreißsaal!

20.00 Uhr – „Baden gehen brauchst du nicht mehr“

Gegen 19.45 Uhr machte ich mich auf den Weg in den Kreißsaal. Mir war total egal, ob ich nun etliche werdende Mütter verschrecken würde. Ich wollte einfach nur ins Wasser. Für den Weg von wenigen hundert Metern brauchte ich 10 Minuten, so dass ich letzten Endes pünktlich da war und nur auf der Wöchnerinnen-Station fassungslose und mitleidige Blicke erntete.

Im Kreißsaal wurde uns nun ein eigenes Zimmer zugewiesen, wo ich Peziball, Tuch und sonstige Dinge nutzen konnte. Wollte ich aber nicht, ich wollte nur am Bett stehen und mich dort festhalten. Das CTG sah super aus und während ich da so dran hing und gerade eine der fiesesten Wehen überlebte machte es um 20.41 erst „Knack“ und dann „Platsch“. Das war dann also die Fruchtblase.

David holte die Hebamme dazu, die direkt nochmal nach dem Muttermund schaute. „Du willst noch baden gehen?“, fragte sie und ich bejahte. „Ich glaube das wird nichts. Wenn ich das Wasser drin habe, ist dein Kind schon längst da.“ Wie bitte?! Der Muttermund war vollkommen geöffnet, wenn ich möchte dürfte ich jetzt mitmachen. Sie rief die Ärztin dazu, meinte aber dass sie ruhig machen könnte. Ich sei noch total unaufgeregt und entspannt.

Und tatsächlich, wenn ich nicht gerade eine Wehe hatte konnte ich mich ganz normal mit der Hebamme unterhalten. Das war wohl der feine Unterschied zwischen einer Geburt in die man abends unerholt startet und einer, die morgens nach einer guten Portion Schlaf beginnt. Irgendwann kam die Ärztin und eine zweite Hebamme, die ich im Übrigen vom Vorbereitungskurs vom Mini kannte.

21.19 Uhr – „Ihr könnt gerne öfter kommen!“

Es dauerte nicht lang und ich hatte tatsächlich das Bedürfnis nun aktiv mitzumachen. Und noch weniger lang dauerte es, bis das Pixikröhnchen um 21.19 Uhr das Licht der Welt erblickte ❤️ Mit 4270 Gramm und 52 cm war sie endlich da! Direkt wurde sie zu mir gelegt und wir kuschelten, während der ganze nachgeburtliche Krams von Ärztin und Hebammen erledigt wurde.

Irgendwann gegen Mitternacht nahm David die Kleine, damit ich duschen gehen konnte. Als ich zurück kam, fuhr David nach Hause und ich kam kurz danach in mein Zimmer, mit meiner wunderschönen Tochter ❤️ „Es war so entspannt mit euch, ihr könnt gerne öfter kommen!“, sagte die Hebamme bevor sie zurück ging in den Kreißsaal. Aber danke, mein Bedarf am Kinder kriegen ist gedeckt.

Dennoch war diese Geburt toll, genau so wie ich sie mir gewünscht hatte. Wenig Zeit im Kreißsaal und auch dort habe ich mich immer wohl gefühlt. Die Hebammen dort sind einfach klasse und ich bin froh, dass das hier im Krankenhaus so gut organisiert ist, das obwohl wir hier schon eher ländlich leben. Das kann ich jeder werdenden Mama nur wünschen. Und auch wenn man viele schlimme Geschichten hört, im großen und ganzen ist eine Geburt eine ganz tolle Erfahrung ❤️