Da wir mit dem Minikröhnchen leider einen nicht ganz so optimalen Start hatten, wie wir uns das gewünscht haben, kommt heute nun etwas verspätet endlich der Artikel zum 10. und letzten Schwangerschaftsmonat. Ich hatte hier ja schon über ein paar Ereignisse im letzten Monat geschrieben, so zum Beispiel über die Panikmache meines Arztes. Was sonst noch passiert ist, lest ihr heute hier :)

37. SSW

In der 37. Woche war es – wie auch schon gefühlte 10 Wochen zuvor – viel zu warm. So verbrachte ich die Tage meistens drinnen auf dem Sofa, am Blog oder an der Nähmaschine. Abends stattete ich hin und wieder den Pferden einen Besuch ab, die mir doch immer mehr fehlten. Besonders Cracky, mein Reitbeteiligungs-Pony vermisste ich nun immer mehr und freute mich schon darauf, in ein paar Monaten wieder ein paar Runden auf dem Platz drehen zu können. Ich genoss meine freie Zeit, hatte auf einmal unbändige Lust zu backen, was auch am nahenden Herbst liegen konnte. Ja, auch bei 30° C hatte ich das Gefühl, dass ja nun bald Herbst sei. Und so durchstöberte ich auch meine heißgeliebten Deko- und Bastelkataloge, was für mich irgendwie immer den Herbst einläutete.

Nach und nach schlichen sich nun auch immer mehr die Gedanken zur Geburt bei mir ein. Das Minikröhnchen machte es noch immer sehr spannend, wie es denn liegen wollte. Kopf oben, Kopf unten, das wechselte irgendwie täglich und bescherrte mir zugegebener Maßen echt Sorgen. Ich wollte doch unbedingt eine spontane Geburt, aber würde ich das bei Beckenendlage tatsächlich schaffen können? Was ich noch weniger wollte als einen geplanten Kaiserschnitt, war ein Notkaiserschnitt nach unendlich vielen Stunden mit Wehen aus der Hölle. Ich bat das Minikröhnchen also täglich darum, sich doch bitte mit dem Köpfchen nach unten zu drehen.

Auch die Frage danach, wie es wird wenn unser Baby da ist beschäftigte mich immer mehr. Man hat ja so eine Idealvorstellung. Das Baby ist da, liegt friedlich schlummernd neben einem, quietscht hin und wieder wenn es Hunger hat oder die Windel rappelvoll ist und ist rundum zufrieden. Aber was, wenn wir ein Schreibaby bekommen würden? Was, wenn etwas nicht in Ordnung ist? Was, wenn ich einfach nur überfordert bin, wenn das Baby schreit? Meine Eltern hatten sich bereits jetzt schon für Anfang Oktober über ein langes Wochenende angemeldet. Könnte ich das schon? Würden wir schon soweit sein, dass wir für mindestens drei Tage Besuch bekommen könnten, ohne dass jemand an die Decke geht? Ich wusste ja schließlich nicht, wie ich das Wochenbett wegstecken würde. Wohlmöglich bekäme ich einen Babyblues. Fragen über Fragen, die meine Nächte schon jetzt kürzer werden ließen.

38. SSW

Apropos Nächte – die wurden auch durch meine zunehmende Walhaftigkeit immer unangenehmer. Ohne das Stillkissen war es mir quasi nicht mehr möglich bequem zu schlafen. Auf der Seite konnte ich nicht liegen, da mir irgendwann die Hüfte weh tat. Auf dem Rücken ging auch nicht, da mir dann der Rücken schmerzte. Irgendwie war alles doof. Nichtmal auf dem Sofa lümmeln war noch angenehm. Drehte ich mich zu „schnell“ von einer Seite auf die andere, wramsten sich gute 3 kg durch meinen Bauch – autsch! So langsam sehnte ich mir das Ende der Schwangerschaft entgegen. Ja, ich hatte die Schwangerschaft trotz aller kleiner Hürden sehr genossen. Es war eine absolut besondere und wunderbvolle Zeit, die ich nie vergessen werde. Dennoch wollte ich nun wirklich nicht mehr.

Um alles ein bisschen voran zu treiben begann ich also in der 38. Woche mit dem Himbeerblättertee. Und ganz im Ernst? Ich fand ihn super! Ich bin eh ein Fan von Kräutertees, hatte dennoch ein bisschen Bedenken dazu. Überall hörte man, dass der Tee einfach nicht schmeckte und es ein Graus sei ihn zu trinken. Ich kann das allerdings nicht behaupten und würde ihn auch freiwillig gern weitertrinken. Ich muss nur noch auskundschaften, ob das beim Stillen so eine gute Option ist (Ist in diesem Moment gedanklich im Kopf festgepinnt, ich bin mir aber sicher, dass ich es in 10 Minuten vergessen habe.) Neben der Tee-Maßnahme ging ich nun regelmäßig spazieren. Entweder ein kurzes Stück allein in den Wald oder bei den Pferden, oder mit David eine größere Waldrunde.

Damit für das Minikröhnchen alles fertig war, wurde auch das Mobile endlich gebastelt. Natürlich durfte auch hier ein Fuchs nicht fehlen :) Auf Instagram habe ich es schon einmal gezeigt, demnächst wird es aber auch hier auf dem Blog einen gesonderten Beitrag dazu geben :) Und dann war es fertig, das Babyzimmer. Auch das werde ich euch hier bald zeigen, keine Sorge :) Wir schafften vieles, was vorher irgendwie immer liegen geblieben war. Somit hatte ich mir dann abends auch immer eine Fußmassage verdient :D Dank der noch immer recht warmen Temperaturen wollten meine Wassereinlagerungen nicht so recht verschwinden. Da kam mir so eine Massage natürlich sehr gelegen. David war äußerst überrascht, denn eigentlich hasste ich es wie die Pest, wenn jemand meinen Füßen auch nur zu nahe kam.

39. SSW

Nun begann die richtig ätzende Zeit. Ich hatte recht früh Senkwehen bekommen, mein Bauch hing auch schon fast in den Kniekehlen und ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass das Minikröhnchen sich langsam auf den Weg machen würde. Von hier und da hörte man, dass es ja nicht mehr lang dauern würde. Die Hebamme wollte mir keinen neuen Termin geben, da ich bis dahin eh nicht mehr schwanger wäre. Und jedes Mal dachte ich mir „Yeah! Es dauert nicht mehr lang! Es kann jeden Moment losgehen!“ Und so fuhr ich am Sonntag, den 11.09. um 21.15 Uhr (Zitat „Wir gucken erst noch Navy CIS!“) mit David zum Krankenhaus. Ergebnis: Wehen alle sechs Minuten, Muttermund allerdings nicht wirklich geburtsreifer Befund. Nun gut. Was also tun? David musste am Montag eigentlich wieder los in die Eifel. Dies sagten wir auch der Hebamme die dann nur meinte „Es kann sein, dass sie noch 5 Tage in Ruhe vor sich hin wehen. Es kan aber auch sein, dass Sie morgen früh um 6 Uhr wieder auf der Matte stehen und es los geht.“ So wirklich schlau waren wir nun also auch noch nicht. Somit fuhren wir wieder nach Hause und David machte sich morgens wieder auf den Weg zur Arbeit, wo er allerdings ab Dienstag Urlaub einreichte. Für den Fall, dass es nun wirklich losging.

Nun kamen auch ständig die Fragen, ob es schon was gab. Ob wir schon zu dritt waren? Ob wir schon im Krankenhaus waren? Ob ich denn schon Wehen hätte? Und das nichtmal von den wenigen Leuten, die von unserem Fehlalarm wussten. Das war wirklich enorm belastend. Ich hatte keine Lust mehr mit irgendwem zu telefonieren, kaum noch Lust zu bloggen oder sonst irgendwas von mir hören zu lassen. Ich wollte einfach nur meine Ruhe haben, die Zweisamkeit mit David genießen und mich in der Wohnung einsperren. Was wir aber natürlich nicht machten. Statt dessen fuhren wir beispielsweise zum Drachenfest in der Nähe, wo wir die letzten Sommer-Sonnenstrahlen einfingen und ein bisschen mehr Herbst-Feeling aufkommen ließen :)

40. SSW

Da war sie, diese magische 40. Woche. Rein theoretisch sollte nach dieser Woche das Minikröhnchen landen. Die letzten Tage vor dem Termin zogen sich nun doch noch wie Kaugummi, was allerdings auch wieder an großer Nachfragerei und Kommentaren wie „Der Kleine lässt sich aber ganz schön Zeit!“ lag. Inzwischen konnte ich nur noch halb müde, halb genervt antworten: „Wieso? Er hat doch noch bis zum 22.09. Zeit.“ Denn so war es ja auch. 22.09., das war das errechnete Datum vom Arzt. Nicht früher und nicht später. Dennoch fühlte ich mich in der 40. Woche schon als hätte ich übertragen.

In dieser Woche hatte ich auch meinen letzten (wirklich allerletzten!) Termin bei meinem Frauenarzt, der mal wieder der Meinung war, dass eingeleitet werden sollte. Warum? Wegen meines wenigen Fruchtwassers. Ja, genau. Wo hingegen sonst immer zu viel war, war ihm nun zu wenig. Und es war trüb, er hatte Sorge dass es grün war. Er packte mich Dienstagabend in die Telefonsprechstunde, wollte vorher mit dem Oberarzt im Krankenhaus telefonieren und das mit ihm besprechen. Drei mal dürft ihr raten, wann mein toller Arzt angerufen hat. Richtig. Gar nicht! Ich habe seither nichts von ihm gehört, habe nur einen Tag später noch mit seiner genervten Sprechstundenhilfe telefoniert, bei der ich einen Termin für den nächsten Tag vereinbaren wollte. Immerhin sollte ich mich am ET noch einmal vorstellen, aber da der Arzt tags vorher nicht anrief, konnte ich keinen Termin bei ihm machen. Das sagte ich auch deutlich genervt der Sprechstundenhilfe. Ich sage euch, nie wieder werde ich einen Fuß in diese Praxis setzen! Dann fahre ich lieber eine halbe Stunde zum Arzt, statt fünf Minuten.

Ansonsten verbrachten wir die letzte Woche ganz entspannt. Ich nähte unter anderem den Pullover im Teaser für das Minikröhnchen, allerdings auch für eine liebe Insta-Mama, die beim Wichteln im Juli etwas kurz gekommen war im Vergleich zu ihrem Mega-Paket. Wir ließen Drachen steigen, machten Spaziergänge, die inzwischen in Gewaltmärsche endeten und kauften Stoffe. Es war eine schöne Woche, die noch einmal nur uns gehörte. Denn pünktlich und nicht etwa zu spät, machte sich das Minikröhnchen tatsächlich am 22.09. auf den Weg zu uns :) Und nun sind wir eine Familie. Eine richtige Familie. Es gab schon ein paar Stolpersteinchen, die den Start nicht ganz so traumhaft gemacht haben, aber dazu demnächst mehr. Inzwischen geht es uns aber sehr, sehr gut und wir kommen langsam im Alltag mit Baby an und sind natürlich absolut verliebt :) Wir geben uns Mühe, dass es hier auch bald wieder etwas mehr lebt. Aber mit Baby ist es gar nicht mal so einfach, einen Blogbeitrag mal eben fix zu tippen :D

Zu guter Letzt nun auch noch die Wal-Collage des Monats. Hach, ein bisschen fehlt er mir ja nun doch schon, der Babybauch den ich so lange vor mir hertrug :) Auch wenn es natürlich seine Vorteile hat, dass er nun wieder weg ist. Man stößt sich nicht ständig an irgendwelchen Türen und der Sicherheitsabstand zum Waschbecken fällt weg, durchaus sehr praktisch :D

37-40_ssw