Seit fast 2,5 Jahren darf ich nun die Nähmaschine W6 N5000 von W6 Wertarbeit mein Eigen nennen, ich denke da ist es langsam mal Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht. Ich hatte ja bereits damals, als ich mich für diese Nähmaschine entschieden hatte, einen Beitrag dazu verfasst. Und seitdem habe ich viele kleine aber auch große Projekte mit der W6 N5000 verwirklicht, auch die Liste an neuen Ideen wird nicht kürzer sondern eher länger. Eins also schon mal vorweg: Ich bin nach wie vor absolut verliebt in meine Nähmaschine!

Warum eine W6?

Ich hatte mich damals, als meine Discounter-Singer mich einfach nur noch frustrierte, lange mit der Frage beschäftigt was ich wollte. Eine Nähmaschine? Eine Nähmaschine mit Stickfunktion? Mit oder ohne Alphabet? Verlässliche Marke oder eher „No-Name“? Auf all das hatte ich anfangs keine richtigen Antworten. Das einzige was ich kannte war mein Budget, und das sollte 500 € nicht übersteigen.

Ich durchwühlte also diverse Foren, nähte an einer Brother Innovis Probe und wusste dann immerhin schonmal, dass ich keine Brother wollte. Preis-Leistung schien für mich hier nicht so ganz zu stimmen, auch wenn das reduziert auf nur eine Maschine natürlich schwer zu beurteilen war. Dennoch war Brother raus. Auch Singer gegenüber war ich im unteren bis mittleren Preissegment skeptisch, da meine letzte Singer mich ja wirklich in den Wahnsinn getrieben hatte.

Irgendwann stolperte ich über die Firma W6 Wertarbeit, was ehrlich gesagt erstmal etwas skurril klang. Ein kleiner Kritikpunkt war, dass die Nähmaschinen von W6 nur online vertrieben wurden. Ein Probenähen fiel somit also aus. Somit las ich mich weiter durch Foren und Rezensionen, um mehr über diese für mich noch unbekannten Maschinen zu erfahren.

Schlussendlich war ich dann so überzeugt, dass ich mir die W6 N5000 bestellte. Leider musste ich eine Weile darauf warten, da sie ausverkauf war, aber das sprach ja nur für ein gutes Produkt. Und diesen Kauf habe ich bis heute nicht einmal bereut.

Nähmaschine W6 N5000

 

Das Zubehör

Ein riesiger Pluspunkt ist wie ich finde das Zubehör, was bei der Nähmaschine mitgeliefert wurde. Hierzu gehören eine Vielzahl an Nähfüßen (darunter z.B. Overlockfuß, Knopfannähfuß, Applikationsfuß und Stick- und Stopffuß), Ersatzrollen für den Unterfaden, ein paar Ersatznadeln für unterschiedliche Stoffe, ein Obertransportfuß und kleinere Zubehörteile wie ein Schraubendreher, Pinsel und Fadentrenner. Darüber hinaus lassen sich über W6 noch weitere, sinnvolle Zubehörteile erwerben. So entschied ich mich schon bei der Bestellung der Maschine für einen zusätzlichen Anschiebetisch, der besonders praktisch bei großen Nähstücken ist.

Nähmaschine W6 N5000 mit Anschiebetisch

 

Nadeln

Die Nadeln sind die besten, die ich bisher benutzt habe. Selbst die erste die ich damals verwendete, ist heute noch ab und an in Gebrauch und noch nicht mal ansatzweise hinüber. Wenn ich überlege, wie oft ich für meine alte Maschine Nadeln kaufen musste, ist das echt bitter. Hier lag es aber wohlgemerkt wahrscheinlich nicht an den Nadeln, sondern an der Maschine die diese im Akkord verbog oder sogar brach. Ich habe mir damals, nachdem ich von den mitgelieferten Nadeln so angetan war, direkt ein paar von W6 nachbestellt. Seither tummeln sich bei mir Nadeln für Jeans, Jersey, Leder, Webware, zum Quilten und ein Päckchen Blue Tips.

Nähfüße

Auch die Nähfüße sind super. Am meisten begeistert bin ich vom Obertransportfuß, wie schnell und einfach sich damit auch in schwer transportierbaren Stoffen gerade Nähte zaubern lassen, ist der Wahnsinn! Das Wechseln der Füßchen ist total einfach, auch der große Obertransportfuß ist schnell gewechselt. Alles ist in der mitgelieferten Bedienungsanleitung sehr gut und detailliert beschrieben. Erst war ich ein bisschen irritiert von dem leisen Klicken, was aber vollkommen normal ist. Denn das Nähfüßchen an sich ist etwas lockerer, dadurch schlägt es gern mal am Metall an und klickt dabei eben. Da die Nähmaschine so leise ist, hat mich das anfangs schockiert. Und das obwohl es noch lang kein Vergleich zum lauten Rattern der vorherigen Maschine ist!

Der Obertransportfuß der W6 N5000

 

Zubehörschublade

Sehr praktisch für das Zubehör finde ich die doch recht geräumige und schön integrierte Zubehörklappe der Nähmaschine. Ich nutze sie zwar nicht, da ich mein ganzes Zubehör im Nähkästchen horte, aber praktisch ist es dennoch. Als ich zum Beispiel vor 2 Jahren die W6 N5000 regelmäßig zum Nähkurs ausführte, war dieses Fächlein zumindest am Anfang sehr begehrt. Nach ein paar Stunden reichte es dann aber für die Nadeln, Garnrollen, etc nicht mehr aus, beziehungsweise war es darin dann sehr chaotisch.

Die geräumige Zubehörklappe der W6 N5000

 

Die Stiche

Wenn eine Nähmaschine einen Geradstich und ein bisschen Zickzack kann, ist das schön. Hat mir zumindest für ein Jahr gereicht. Wenn man dann aber eine Nähmaschine hat, die außerdem noch Overlock-, diverse Zierstiche, Alphabete und Freihandnähen kann, dann kommt man als quasi Nähanfänger in ganz andere Welten :D Ich habe bei weitem noch nicht alle Stiche ausprobiert, wer näht schon tagtäglich Hunde, Flugzeuge oder Tauben? Jetzt, wo das Minikröhnchen im Anmarsch ist, werde ich mich aber sicher auch nochmal durch die zahlreichen Zierstiche wühlen und damit ein paar Sachen aufhübschen.

Stichvielfalt der W6 N5000

 

Nutzstiche

Während ich bei der alten Maschine noch an einem Rädchen drehen musste, um den passenden Stich einzustellen, ist das mit dem Touch-Display der W6 N5000 nun absoluter Luxus. Und nein, das möchte ich nicht mehr missen. Auch wenn das ganze anfangs einen recht schwerfälligen Eindruck gemacht hat, ist das Display super sensibel und reagiert aufs leichteste Klicken und Wischen. Was für ein riesen Spaß es nach wie vor ist, sich durch die vielen Stiche zu sliden :D

Stichmenü der W6 N5000

 

Zierstiche und Alphabete

Über das Knöpfchen mit dem Kringel und „AB“ gelangt man zum Menü der Zierstiche und Alphabete. Finde ich sehr praktisch, so sind die Nutzstiche sauber von den Zierstichen getrennt und man muss nicht ewig durch die vielen Nutzstiche scrollen um zum Beispiel ein Herzchen zu nähen. Wenn man Buchstaben nähen will, kann man zwischen zwei Alphabeten entscheiden und sogar Wörter oder ganze Sätze zwischenspeichern. Auch wenn wahrscheinlich niemand auf die Idee kommt, ganze Sätze immer und immer wieder zu nähen. Aber für Namen macht das zum Beispiel schon Sinn, so habe ich zum Beispiel einmal eine Jackentasche auf einem Kapuzenpullover fürs Nichtenkind mit ihrem Namen und Herzchen verziert. Sowohl Zierstiche als auch Wörter kann man in „Dauerschleife“ nähen und sogar untereinander kombinieren, was besonders für Borten sehr praktisch ist. Ansonsten hört die Nähmaschine nach genau einem genähten Durchgang automatisch auf.

Zierstiche und Alphabete der W6 N5000

 

Sticheinstellungen

Wenn man sich für einen der Stiche entschieden hat, kann man diesen über das Touch-Display der Nähmaschine noch anpassen. Stichbreite und Stichlänge lassen sich so optimieren, der von der Maschine empfohlene Wert ist immer schwarz hinterlegt. Um die Fadenspannung braucht man sich übrigens nicht zu kümmern, das übernimmt die W6 N5000 automatisch. Im Einstellungsmenü kann man außerdem festlegen, ob man am Anfang und am Ende automatisch verriegeln möchte und ob man mit einer Zwillingsnadel näht. Diese Funktion des automatischen Verriegelns liebe ich abgöttisch, ohne wird hier gar nichts mehr gemacht :D Neben den Einstellungen gibt es eine große Vorschau des Stichbildes und sogar der Fuß, mit welchem genäht werden sollte, wird angezeigt. So kann auch für Anfänger absolut nichts schief gehen.

Stichauswahl auf der W6 N5000

 

Nützliche Funktionen

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen absolut glücklich machen. So auch die vielen, kleinen Nützlichkeiten der W6 N5000. Ein funktionierender Nadeleinfädler und Fadenschneider haben anfangs für regelrechte Freudensprünge und Begeisterungsschreie gesorgt. Denn diese Funktionen kannte ich auch schon von der Singer, nur waren mir diese nicht halb so positiv in Erinnerung.

Startknopf und Warnmelder

Ich muss gestehen, mit dem Startkopf der Nähmaschine habe ich bisher nur einmal kurz genäht. Aber an sich ist er sicherlich total super, wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, aber irgendwie hat mir ein bisschen die Kontrolle gefehlt die ich beim Nähen gern mit dem Fuß habe. Ich vergleiche das gern mit dem Autofahren mit Tempomat. An sich ne super Sache, aber ich finde es anfangs immer sehr ungewohnt so zu fahren. Nach ein paar Kilometern hat sich das dann aufgelöst und alles ist super.

Beim Nähen war mir das bisher immer etwas zu heikel, meine Fußkontrolle abzugeben, da ich befürchtete mich mit der Geschwindigkeit zu verschätzen und quer durch den Stoff zu rödeln. Wie gesagt, ich habe gern die Kontrolle mit dem Fuß. Aber dennoch bin ich neugierig, werde das sicher demnächst nochmal bei einem kleinen Projekt angehen. Erst neulich hatte ich gelesen, dass jemand absolut verliebt ist in diese Funktion und sie nicht mehr missen möchte.

Was ich allerdings an eben diesem Knopf sehr praktisch finde, ist das Leuchtsignal. Wenn man nähen kann, leuchtet er grün. Wenn noch etwas gemacht werden muss, leuchtet er rot. Und wenn er das tut, fängt auch die Nähmaschine einfach nicht an und wartet, bis das Problem behoben ist. Meistens liegt es daran, dass der Nähfuß einfach noch nicht abgesetzt ist, was im Eifer des Gefechts ja schnell mal passieren kann. Gerade für Nähanfänger eine äußerst praktische Funktion, finde ich.

Startknopf der W6 N5000

 

Fadenabschneider und einmal laaangsam bitte

Ein Fadenabschneider an sich ist ja eigentlich bei einer Nähmaschine eine Selbstverständlichkeit. Wie schnell und vorallem gut so ein Ding funktionieren kann, zeigte mir auch hier die W6 N5000. Kein Fadengefummeln mehr am hinteren Ende der Maschine, keine ewig langen Fadenreste die letztendlich verschenkt waren. Nein, ein Knopfdruck und schon ist der Faden schön sauber und vorallem kurz abgetrennt. Herrlich, ich liebe es!

Ebenso schön finde ich die Funktion der „Geschwindigkeitsbegrenzung“, auch wenn ich wie gesagt den Startknopf bisher nicht wirklich genutzt habe. Aber zum Beispiel beim Freihandnähen oder bei sehr kurvigen und komplexen Nähprojekten ist es schon ganz nützlich, hier ein bisschen die Geschwindigkeit zu regulieren und sich nicht nur auf sein Feingefühl im Fuß zu verlassen.

Fadenabschneider und Geschwindigkeitsbegrenzund der W6 N5000

 

Das Hilfemenü

Falls man gerade die Bedienungsanleitung für die W6 N5000 nicht parat hat und irgendwie nicht weiter weiß, wie man nochmal den Unterfaden aufspult oder die Spule einsetzt ist diese Funktion sehr praktisch. Gebraucht habe ich diese Funktion anfangs schon ein paar Mal, es ist wesentlich einfacher und schneller als die entsprechende Seite im Handbuch herauszusuchen. Außerdem ist es schön Schritt für Schritt bebildert, was das Ganze sehr verständlich macht. Inzwischen brauche ich das Menü nicht mehr, aber für Nähanfänger ist es wirklich sehr gut, denke ich.

Hilfemenü der W6 N5000

 

Flüsteron

Etwas, was mir wahrscheinlich so ca. in 3 Monaten richtig gut in die Karten spielen wird, ist die Lautstärke der Nähmaschine. Sie ist sowas von leise! Zu Ostern habe ich nach langem mal wieder an meiner alten Singer gesessen, die ich damals an meine Mutter abgegeben hatte. Für sie reichen die Funktionen aus und sie näht nicht so häufig, dass sie sich groß damit rumärgern würde. In dem Moment wusste ich das leise Rattern meiner Nähmaschine umso mehr zu schätzen, denn bei der Singer hätte man auch denken können in Mutters Küche wird mit einem Maschinengewehr gespielt.

Bisherige Projekte

Bisher habe ich eine ganze Menge mit meinem Nähmaschinchen genäht, einen Teil davon habe ich auch hier auf dem Blog veröffentlicht. Jeans, Jersey, Jute, Fleece, Baumwolle – es gibt nichts, was sie nicht geschafft hat. Und bei allem ging sie butterweich und ohne zu Murren durch. Hier könnt ihr einige Projekte sehen, die bereits mit der W6 N5000 genäht wurden.

Kapuzenpullover aus Fleece

Kapuzenpullover aus Fleece

Laptophülle aus Fleece

Laptophülle aus Fleece

Häschen-Eierwärmer

Häschen-Eierwärmer

Jute-Säckchen

Jute-Säckchen

Jeanstasche

Jeanstasche

 

Fleecejacke mit Pony-Applikation

Fleecejacke mit Pony-Applikation

T-Shirt mit Wickelausschnitt

T-Shirt mit Wickelausschnitt

Freizeithose

Freizeithose

Tischeule Herta

Tischeule Herta

Rubytasche

Rubytasche

Fuchs Ruprecht

Fuchs Ruprecht

Kirschkern-Herbert

Kirschkern-Herbert

XXL-Shirt

XXL-Shirt

Einsatz fürs Strickkörbchen

Einsatzfürs Strickkörbchen

Mutterpasshülle

Mutterpasshülle

Bauchband

Bauchband

Fazit

Wie ihr seht, bin ich vollkommen zufrieden mit meiner Nähmaschine und kann sie Hobbynäherinnen durchaus empfehlen. Sie hat viele, schöne Funktionen und Stiche, die ich bei weitem noch nicht alle ausgenutzt habe. Bisher habe ich sie noch nie beschimpft, ihr gedroht oder sie verlucht. Und das war bei der alten Maschine absolut keine Seltenheit. Ja, ich liebe meine Nähmaschine und habe es nicht bereut, damals das Geld in sie investiert zu haben ohne wirklich selbst testen zu können. Ich muss allerdings gestehen, dass ich kürzlich überlegt habe sie zu verkaufen. Allerdings nur, um mir dann das gleiche Modell in der neueren Version zu kaufen. Denn seit dem letzten Jahr verfügt die W6 N5000 über einen Adapter zum Anschluss einer Stickeinheit. So ganz ist der Gedanke noch nicht ausgeschlagen, auch wenn er in weite Ferne gerückt ist. Und ich weiß nicht, ob ich es tatsächlich übers Herz bringen könnte, sie zu verkaufen. Man verkauft ja schließlich auch nicht sein Baby, nur weil ein neues unterwegs ist.

 

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